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Helen Mirren bekam als "Die Queen" einen Oscar

Die Queen

Das Spiel mit der Macht und die Hilflosigkeit der Mächtigen faszinierten Starregisseur Stephen Frears: In seinem 2006er-Meisterwerk "The Queen", den das ZDF nun zum ersten Mal im Free-TV zeigt, verbindet er die Staatssymbolik mit der privaten Unfähigkeit zu trauern. Dafür blendet er auf die Schicksalstage der britischen Nation zurück: Im September 1997 erschüttert die Nachricht vom Tode Dianas die Öffentlichkeit. Während viele Briten ihre Gefühle öffentlich zelebrieren, zieht sich eine völlig zurück: "Die Queen". Frears zeigt das zähe Ringen Tony Blairs mit der von Helen Mirren gespielten Königin um die angemessene Reaktion auf den Tod der Prinzessin. Seinem ehemaligen Premier ist der Regisseur übrigens immer noch gram. In einem Interview schlug er unlängst eine öffentliche Hinrichtung Blairs vor - die er als Filmemacher liebend gerne in Szene setzen würde.

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"Sie sind mein zehnter Premier Minister" - bei seinem Antrittsbesuch macht die Queen dem eben gewählten Tony Blair (Michael Sheen) sofort klar, wer wo steht. Die Monarchin verkörpert Kontinuität im Königreich, der Neuling dagegen stellt vielleicht nur eine Eintagsfliege dar. "Wo sie jetzt sitzen, hat schon Winston Churchill Platz genommen." Das Verhältnis zwischen Blair und Elizabeth II. bildet das Schlüsselelement der Story. Vier Monate nach seiner Ernennung zum Premier stellt der Fall Diana für Blair eine Bewährungsprobe dar. Er muss Zeichen setzen und seine Rolle im Machtgefüge zwischen Regierung und Königshaus definieren.

"Zurückhaltend und nüchtern im privaten Kreise trauern", lautet das Credo der Queen, nach dem sie als Vertreterin einer jahrhundertealten Institution handelt. Die königliche Familie zieht sich auf den Landsitz Balmoral zurück, einerseits um die Prinzen zu schützen, aber auch um den Todesfall als Privatsache zu behandeln. Angesichts einer solchen Tragödie nicht mit dem Protokoll brechen zu können oder zu wollen, dieses Verhalten akzeptiert das Volk nicht. Anti-monarchistische Tendenzen werden laut. Doch statt nur seinen eigenen Vorteil aus der schlechten Stimmung zu ziehen und seine Beliebtheit weiter zu steigern, schlägt der in der Öffentlichkeit aktive Tony Blair mit seinen aalglatten PR-Beratern eine Bresche für die Regentin.

Die echte Queen zeigte sich vom Film, Insidern zufolge, "most definitely amused" und bat das Team Anfang 2007 zum Lunch. Ganz so falsch kann der Film also trotz spekulativer privater Momente also nicht liegen. Hauptdarstellerin Helen Mirren wurde für ihre Leistung mit Preisen nahezu überhäuft: Neben Oscar und Golden Globe erhielt sie auch die Copa Volpi in Venedig.

Rupert Sommer


Der tragische Tod Dianas stellt die Queen (Helen Mirren) und das gesamte Königshaus auf eine harte Bewährungsprobe.
Der tragische Tod Dianas stellt die Queen (Helen Mirren) und das gesamte Königshaus auf eine harte Bewährungsprobe. (ZDF / Laurie Sparham)

Für Queen Elisabeth II. (Helen Mirren) ist Trauer reine Privatsache.
Für Queen Elisabeth II. (Helen Mirren) ist Trauer reine Privatsache. (ZDF / Laurie Sparham)

Premierminister Tony Blair (Michael Sheen, rechts) unterstützt Prinz Charles (Alex Jennings) bei der öffentlichen Trauerarbeit.
Premierminister Tony Blair (Michael Sheen, rechts) unterstützt Prinz Charles (Alex Jennings) bei der öffentlichen Trauerarbeit. (ZDF / Laurie Sparham)

Datum: 06.02.2010

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