Billy Bob Thornton ermittelt um "Die Tote im Sumpf"
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Die Tote im Sumpf
Der sogenannte "bible belt", die ländlichen Provinzen und die kleinen, entlegenen Communities, bilden das eigentliche Herz der Vereinigten Staaten von Amerika. Hier ist die Welt noch in Ordnung, nach dem Kirchenbesuch wird im Kreise der Familie der Sonntagsbraten serviert, dazu werden ein Maisbrot und hinterher ein Stückchen Kürbiskuchen gefuttert. Ein Mord passt nur wenig ins idyllische Bild, vor allem, wenn sich die mutmaßliche Frauenleiche als Transsexueller entpuppt. Der Thriller "Die Tote im Sumpf" (2002, Regie: Robby Henson), den das Zweite mal wieder ins Programm nimmt, will eine Realität entlarven, die in manchen Regionen der USA allgegenwärtig erscheint.
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Die Realität widerzuspiegeln und diese Ambition auch adäquat umzusetzen, scheitert in Hollywood nicht selten am Zwang zum Happy-End. Auch Robby Hensons zweite Regiearbeit ("The Badge", so der Originaltitel, kam aufgrund der Pleite der Produktionsfirma nie in die amerikanischen Kinos) macht letztlich den Durchschnittsamerikaner zum Helden. In "Die Tote im Sumpf" verkörpert ihn Superstar Billy Bob Thornton ("The Man Who Wasn't There") perfekt.
Das Raubein spielt den prüden, äußerst homophoben Kleinstadt-Sheriff Darl, der in seinem Revier einen Mordfall klären soll: Eine mysteriöse Frauenleiche wurde in den nahe gelegenen Sümpfen Louisianas gefunden. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um einen transsexuellen Mann handelt, der zur Stripper- und Prostituiertenszene von New Orleans gehörte.
Die ehrenwerten Oberen des Städtchens drängen den Sheriff dazu, den Fall schnell zu den Akten zu legen, denn im Ort steht die Abstimmung über ein Spielcasino bevor. Darl hätte im Grunde nichts dagegen, die Sache unter den Teppich zu kehren - wäre da nicht die attraktive Witwe des Toten (Patricia Arquette, "Lost Highway"), eine Stripperin aus New Orleans. Als Darl sich - von Amor beflügelt - nun doch an die Ermittlungen macht, wird er schnell selbst Opfer kleinbürgerlicher Mentalität und Korruption. Dabei entwickelt er sich immerhin zu einem besseren Menschen - im "Home Of The Brave", im Lande der Tapferen, wie es in der amerikanischen Hymne heißt.
Dass sich Billy Bob Thornton zu einem besseren Schauspieler wandeln müsste, würde man eher nicht behaupten. Dennoch erlebt Angelina Jolies Ex derzeit eine kleine berufliche Flaute. Das "Forbes"-Magazine führte ihn jüngst auf Platz drei seiner Liste der überbezahltesten Schauspielstars Hollywoods - aufgestellt nach der simplen Rechnung Gage gegen Einspielergebnis. Kinoprojekte mit Aussicht auf deutsche Starts sind wie in den vergangenen zwei, drei Jahren aktuell Fehlanzeige.
Johann Ritter
Sheriff Darl (Billy Bob Thornton) inspiziert den Fundort der Leiche in den Sümpfen von Louisiana. (ZDF / NU Image)
Der Grund für Darls Ehrgeiz ist die schöne Scarlet (Patricia Arquette). (ZDF / NU Image)
Die Stripperin Scarlet (Patricia Arquette) kennt die mysteriöse Frauenleiche - es handelte sich um ihren Mann ... (ZDF / NU Image)
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