In "Darkness" ist die Angst vor dem Dunkel berechtigt
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Darkness - Die Macht der Finsternis
Eine Veranda, eine große Eingangshalle und von kleinen Fenstern schummrig beleuchtete Gänge - ein Haus, auf dem ein Fluch liegt. Die Grundidee kommt einem irgendwie bekannt vor. Dabei ist es weniger relevant, wo sich das traute Heim befindet - ob in Amerika oder wie in dem Gruselstreifen "Darkness" (nun als Wiederholung im ZDF) in Spanien. Entscheidend ist, dass das anfangs so schön anzuschauende, heimelige Zuhause sich schon bald in einen Ort des Bösen verwandelt - zum Leidwesen der Bewohner.
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Nicht nur das Haus, das vor 40 Jahren Schauplatz eines grausamen Verbrechens war, kommt bei "Darkness" aus dem Standardrepertoire für Gruselfilme. Der spanische Regisseur und Horrorspezialist Jaume Balagueró ("The Nameless") versammelt an diesem Ort auch ganz spezielle Menschen, die dem geneigten Gruselfreund ihren Charakterzügen nach durchaus vertraut erscheinen: Dazu gehört der Familienvater Marco (Iain Glen), dessen seltsame Nervenkrankheit nach vielen Jahren wieder ausbricht. Die Folge: Er verliert ständig die Beherrschung und wirkt wie besessen. Zu leiden hat unter seinen Anfällen besonders sein kleiner Sohn Paul (Stephan Enquist), der im Haus von Geistern terrorisiert wird - deren Anwesenheit aber nur er spüren kann.
Die Mutter des Hauses (Lena Olin) indes geriert sich als Ausbund an Ignoranz - und denkt überhaupt nicht daran, ihr gewohntes, überaus angenehmes Leben wegen den befremdlichen Anwandlungen ihrer Familie aufzugeben. Doch dann beginnt Tochter Regina - gespielt von Anna Paquin ("Trick 'r Treat") -, Nachforschungen anzustellen, und erkennt schnell: Die Familie muss raus aus dem Haus. Doch obwohl ihnen die Tür offen steht, kommen die Menschen nicht los von diesem verhängnisvollen Ort. Sie sind längst Teil eines viel größeren Plans geworden, der Stück für Stück voranschreitet - immer wenn es wieder einmal dunkel wird.
Bei "Darkness" können selbst Sensibelchen die Hände von den Augen nehmen. Obwohl der Film mit altbekannten Horrorelementen arbeitet, werden Freunde von blutigen Massakern auf der Leinwand enttäuscht. "Darkness" bleibt der Tradition des stilvollen Grusels ausgefeilter spanischer Thriller wie "The Others" treu. Regisseur Jaume Balagueró erzeugt mit einfachen Effekten eine intensive Atmosphäre der Angst, in der das Erschrecken des Zuschauers in Ton und Bild zelebriert wird.
Kein Wunder, dass das Projekt auch namhafte Schauspielerinnen wie Anna Paquin und Lena Olin überzeugte. Die Veröffentlichung von Balaguerós neuestem Horror-Stück, "[rec] 2", der Fortsetzung des gemeinsam mit Paco Plaza gedrehten und von Horrorfans frenetisch bejubelten Virus-Splatters im Dokumentarstil aus dem Jahr 2007, ist zwar schon seit letztem Jahr abgedreht. Dem deutschen Publikum wurde der Streifen bislang jedoch leider vorenthalten.
Das Zweite wiederholt "Darkness" in seiner Reihe "Filmnacht im ZDF". Als Nächstes steht am Samstag, 27. Februar, der Gangsterfilm "The Business: Schmutzige Geschäfte" auf dem Programm.
Jasmin Herzog
Regina (Anna Paquin, links) sucht bei ihrem Großvater (Giancarlo Giannini) Hilfe. (ZDF / Manuel Zambrana)
Sieht Reginas kleiner Bruder Paul (Stephan Enquist) wirklich die Geister der vermissten Kinder? (ZDF / Manuel Zambrana)
Familienvater Mark (Iain Glen) verändert sich in der neuen Umgebung - und dreht langsam durch. (ZDF / Manuel Zambrana)
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