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Wie wird man "Vom Pionier zum Millionär"?

Vom Pionier zum Millionär

"Amerika", lautete auch schon das Zauberwort in den wirtschaftlich und sozial schwierigen Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Den mannigfaltigen Verheißungen aus Übersee und dem blanken Prinzip Hoffnung folgend wurden die Strapazen einer siebenwöchigen Atlantiküberfahrt in Kauf genommen. Um 1850 lebten in New York 600.000 Deutsche - damals nach Berlin und Wien die drittgrößte deutsche Kolonie überhaupt. Das gelobte Land entpuppte sich oft genug als Albtraum - doch für einige Auswanderer erfüllten sich die Hoffnungen vom besseren Leben in Amerika. Die ARTE-Reihe "Vom Pionier zum Millionär" erzählt nun immer werktags, 19.30 Uhr, in jeweils 45 Minuten die Geschichten von fünf deutschen Großindustriellen, die seinerzeit mit kaum mehr als nichts in Amerika ankamen. Weltkarrieren von Levi Strauss bis Henry E. Steinway, die zeigen, dass das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" einst ganz zu Recht seinen Beinamen trug.

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Den Anfang im Reigen der per aufwendigem Reenactment wiederbelebten "Selfmade Männer" macht der Luftfahrt-Pionier William Edward Boeing. Boeing - wer ahnt schon, dass hinter dem Weltkonzern einst ein Familienbetrieb stand, dessen Gründer aus Deutschland stammt.

Der junge Wilhelm Böing hatte allerdings mit Luftfahrt nichts im Sinn, als er 1868 mit 22 Jahren als Sägewerksarbeiter aus Hohenlimburg, das heute zur Stadt Hagen gehört, nach Amerika kam. Er legte eine Bilderbuchkarriere hin, baute in Michigan ein Holzunternehmen auf. Nach seinem frühen Tod trat sein Sohn Wilhelm jr. - der sich später William Boeing nannte - in die Fußstapfen des Holzbarons. Bei einer Flugschau in Los Angeles wurde der Jungunternehmer vom Luftfahrtvirus gepackt.

Im Jahre 1909 gründete der Flugpionier William Boeing in Seattle das erste amerikanische Flugzeugwerk in einer roten Scheune ... Die NDR-Dokumentation von Filmemacher Achim Scheunert ("Mission X: Wettlauf der Giganten") begleitet den Höhenflug der Familie Boeing bis zum jähen Absturz mit dem Börsencrash 1929. Tagebucheinträge und viele, teils noch nicht gezeigte Originalaufnahmen umrahmen die oft an Originalschauplätzen gedrehten, spielfilmartigen Szenen des Doku-Biopics und füttern die Fiktion mit Daten. Auch die Nachfahren der Pioniere von einst kommen zu Wort, renommierte Historiker stellen zudem die Karrieren in Relation zur amerikanischen Geschichte.

"Henry E. Steinway - Die Geburt einer Legende" (von Christoph Weinert) folgt am Dienstag, 16. Februar - ein Film über die legendäre Pianomarke, der die Redewendung "Vom Tellerwäscher zum Millionär" trefflich illustriert. Unter dem Titel "Leidenschaft für Ketchup" (Kai Christiansen) wird am Mittwoch, 17. Februar, die Geschichte von Henry John Heinz erzählt. Der 1844 in Pittsburgh geborene Sohn Pfälzer Emmigranten zeichnete sich unter anderem durch seine hohe Technikaffinität aus - und durch soziales Engagement: Er ließ die Angestellten mit ärztlicher Betreuung und zahlreichen Freizeitangeboten umsorgen.

John Jacob Astor, "Der reichtste Mann Amerikas" (Kai Christiansen), der am Donnerstag, 18. Februar, porträtiert wird, stieg als Händler aus ärmlichen Verhältnissen zum Multimillionär auf. Der Film über ihn ist am nächsten dran an der amerikanischen Geschichte. Er kam noch im 18. Jahrhundert nach Übersee, als New York nicht mehr war als ein kleines Dorf, und erlebte die Gründerzeit mit, die Bewegung in den Westen - und auch den Genozid an den Indianern - ein Dokumentarfilm mit einem Hauch von Abenteuer und Western. Was man zweifellos auch über "Levi Strauss - Ein Leben für die Jeans" (Christoph Weinert) am Freitag, 19. Februar, sagen kann. Eine Biografie, die einst im fränkischen Buttenheim begann und noch heute für den "American Way of Life" steht. Nicht nur für USA-Fans äußerst sehenswert - was unbedingt für alle fünf Filme der ARTE-Reihe gilt.

Frank Rauscher


William E. Boeing (Barry Ellenberger, rechts) zusammen mit seinem Partner Conrad Westervelt (Nicholas Parsons).
William E. Boeing (Barry Ellenberger, rechts) zusammen mit seinem Partner Conrad Westervelt (Nicholas Parsons). (NDR / Gebrueder Beetz Filmproduktion Hamburg)

So sah es aus, das erste Boeing-Postflugzeug.
So sah es aus, das erste Boeing-Postflugzeug. (NDR / Gebrueder Beetz Filmproduktion Hamburg)

1915 beginnt Boeing (Barry Ellenberger) in Seattle die Arbeit an einer ersten B&W.
1915 beginnt Boeing (Barry Ellenberger) in Seattle die Arbeit an einer ersten B&W. (NDR / Gebrueder Beetz Filmproduktion Hamburg)

Datum: 15.02.2010

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