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Morgan Freeman, der in "Invictus" Nelson Mandela spielt

Das Beste kommt zum Schluss

Schauspieler Morgan Freeman

2010 ist das Jahr der Fußballweltmeisterschaft. Für kein anderes Land könnte dieses Event bedeutender sein als für den Austragungsort Südafrika selbst. Vor 15 Jahren gab es dort schon einmal ein Sportgroßereignis: die Rugby-Weltmeisterschaft. Der ehemalige Präsident Nelson Mandela konnte damals die Siegertrophäe der südafrikanischen Mannschaft überreichen und Schwarz und Weiß ein Stück näherbringen. Jetzt kommt dieser Wendepunkt in der Geschichte Südafrikas in die Kinos. Mit Morgan Freeman als Nelson Mandela. "Sport kann die Welt verändern. Er kann inspirieren und Menschen vereinen wie sonst kaum etwas", sagt er. Doch Freeman gesteht: "Nein, ich bin kein Rugby-Fan. Ich weiß immer noch nicht, worum es bei Rugby geht. Sie machen das Gleiche wie beim American Football, holen sich den Ball und rennen damit ineinander."

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Vielleicht ist es gerade diese lockere Art, die den 72-Jährigen auszeichnet. Denn Freeman beeindruckt in seinen Rollen gerade durch eine besonders lässige und ruhige Spielweise und hat es wohl auch dadurch geschafft, als Afroamerikaner Rollenangebote zu erhalten, die nichts mit seiner Hautfarbe zu tun haben. "Hollywood ist nicht schwarz, weiß, braun oder gelb. Es ist grün. Die Studios interessiert schon immer nur die Farbe des Geldes", kokettiert er.

So durfte er in "Deep Impact" (1998) bereits den ersten afro-amerikanischen Präsidenten spielen, noch lange bevor es einen Barack Obama gab, und brillierte in "Bruce Allmächtig" (2003) als Gott. Freemans Durchbruch ließ allerdings ungewöhnlich lange auf sich warten, vergleicht man seinen Werdegang mit Hollywood-Karrieren, die heutzutage bereits im pubertären Alter starten. Man könnte hier den Titel eines weiteren Kassenerfolgs, "Das Beste kommt zum Schluss" (2007), zitieren. Denn als er das Interesse der Öffentlichkeit weckte, war er bereits 52 Jahre alt.

Nach seinem High-School-Abschluss geht Freeman zur Armee, arbeitet als Mechaniker und will Jagdflieger werden. Rückblickend sagt er: "Ich war eigentlich niemals ein Mechaniker. Mein ganzes Leben lang wollte ich Schauspieler werden." Seine Laufbahn beginnt "klassisch": Anfang der 1960er-Jahre ist er in verschiedenen Theater-Produktionen in New York zu sehen und erhält für seine Leistung zahlreiche Auszeichnungen. "Seit meiner Kindheit wollte ich Filme machen. Ich liebe die Bühne, aber ich wollte ein Filmschauspieler werden", beteuert der Charakter-Darsteller und spielt auch nach seinem TV-Debüt als "Easy Rider" in der Kindererfolgsserie "The Electric Company" weiterhin regelmäßig Theater.

In den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückt er erstmals an der Seite von Robert Redford im Gefängnisthriller "Brubaker" (1980). Seine erste Oscar-Nominierung erhält er für eine Nebenrolle in "Glitzernder Asphalt" (1987), die zweite für die Hauptrolle in "Miss Daisy und ihr Chauffeur" (1989), die dritte für das Gefängnis-Drama "Die Verurteilten" (1994). Mit nach Hause nehmen darf Freeman die begehrte Trophäe schließlich in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" für "Million Dollar Baby" (2004). Ob Clint Eastwoods Regiearbeit ihm bei "Invictus" erneut zum Erfolg verhelfen wird, bleibt noch abzuwarten.

Schon lange vor Drehbeginn von "Invictus" war Morgan Freeman für die Rolle des Anti-Apartheid-Kämpfers Nelson Mandela von jenem Mann ausgewählt worden, auf den es vor allem ankam. Der Schauspieler verrät: "Madiba wurde einmal gefragt, wer ihn auf der Leinwand darstellen sollte, und er antwortete: 'Morgan Freeman'. Als ich ihn dann vor Jahren kennenlernte, betonte ich, dass ich es als große Ehre empfand, von ihm in diesem Zusammenhang genannt zu werden."

Und auch im Nachhinein war Mandela offensichtlich zufrieden mit Freemans Leistung, wie Letzterer der "Basler Zeitung" verriet. Der Schauspielriese sah sich den Film gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger an. Und als Freemans Mandela zum ersten Mal auf der Leinwand erschien, lehnte sich der Ex-Präsident zum Hollywoodschauspieler und flüsterte: "Den Kerl kenn ich."

Jasmin Herzog


Morgan Freeman spielt in "Invictus" Nelson Mandela, den ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas.
Morgan Freeman spielt in "Invictus" Nelson Mandela, den ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas. (2010 Warner Bros. Ent.)

Regisseur Clint Eastwood setzt Nelson Mandela mit "Invictus" ein filmisches Denkmal. In der Hauptrolle: Morgan Freeman (unten: Matt Damon).
Regisseur Clint Eastwood setzt Nelson Mandela mit "Invictus" ein filmisches Denkmal. In der Hauptrolle: Morgan Freeman (unten: Matt Damon). (2010 Warner Bros. Ent.)

Die Hautfarbe muss egal werden: Nelson Mandela (Morgan Freeman, links) und François Pienaar (Matt Damon) wollen beide, dass Südafrika Rugby-Weltmeister wird.
Die Hautfarbe muss egal werden: Nelson Mandela (Morgan Freeman, links) und François Pienaar (Matt Damon) wollen beide, dass Südafrika Rugby-Weltmeister wird. (2010 Warner Bros. Ent.)

Datum: 16.02.2010

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