Die Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären
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Die Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären
Cherchez la femme: Katrin Bauerfeind hat's getan. Charlotte Roche hat's getan. Und Anke Engelke hat's von 2003 bis 2005 gleich dreimal in Folge getan. Da die 44-jährige Entertainerin ("Ladykracher") nun zur Jubiläumsausgabe der Berlinale erneut "Die Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären" moderiert, darf sie als routinierte Fachkraft gelten, die weiß, was sich gehört. Ein Moderationsauftritt als Schunkelqueen Anneliese, den sie mit Comedy-Partner Wolfgang alias Bastian Pastewka bei der letzten Fernsehpreisverleihung auf die Bühne zauberte, ist diesmal also nicht zu erwarten. Wenn 3sat live vom feierlichen Schlussakt des wichtigsten deutschen Filmfests berichtet, prangt schließlich "Hochkultur" in imaginären Lettern über dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz. Dieter Moor und Peter Twiehaus befragen im Anschluss an die Verleihung die Preisträger.
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60 Jahre wird die Berlinale in diesem Jahr alt. Dass über der Jubiläumsausgabe ein historischer Glanz liegt, zeigt schon die Wahl des Juryvorsitzenden. Werner Herzog, im vergangenen Jahr gleich mit zwei Filmen ("My Son, My Son, What Have Ye Done", "Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen", ab 25.02. im Kino) beim Konkurrenzfestival in Venedig vertreten, verkörpert wie kaum ein Zweiter das künstlerische Selbstbewusstsein des deutschen Kinos. Der vielleicht bedeutendste Gründervater des Neuen Deutschen Films war 1968 mit seinem ersten abendfüllenden Spielfilm "Lebenszeichen" im Berlinale-Wettbewerb vertreten und gewann gleich den Silbernen Bären.
Ob es Jungfilmer Benjamin Heisenberg dem großen Vorbild gleichtut? Der Sohn des Physik-Nobelpreisträgers Werner Heisenberg ist mit seinem Verbrecher-Biopic "Der Räuber" im Wettbewerb vertreten. Ebenso wie Oskar Roehler, der mit "Jud Süß - Film ohne Gewissen" eingeladen wurde. Der Chinese Zhang Yimou ("A Woman, A Gun And A Noodle Shop") und der Brite Michael Winterbottom ("The Killer Inside Me") sind in Berlin schon alte Bekannte. Wie auch Schauspielerin Hanna Schygulla und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase, die mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk geadelt werden.
Ein Politikum könnte der Start von Roman Polanskis "Der Ghostwriter" mit Ewan McGregor, Pierce Brosnan und Kim Cattrall sein. Sollte der Starregisseur, dem zuletzt zahlreiche Solidaritätsbekundungen zukamen, tatsächlich zu den Preisträgern zählen, wird er die Bärentrophäe kaum selbst entgegennehmen können. Polanski steht wegen eines mehr als 30 Jahre alten Vergewaltigungsverfahrens weiter in seinem Haus im schweizerischen Gstaad unter Arrest. Die USA drängen unverändert auf eine Auslieferung.
Für politische Skandale und Eklats war die Berlinale in ihrer 60-jährigen Geschichte immer gut. Doch auch wenn die Causa Polanski am Ende keine Rolle spielt, dürfte zumindest die Verleihungsgala von einigem Unterhaltungswert sein. Dafür sorgt im Zweifel nicht alleine die Comedy-erprobte Moderatorin, sondern auch der omnipräsente Festivalleiter Dieter Kosslick - laut Anke Engelke "eine Showgranate".
Jens Szameit
Berlinale-Direktor Dieter Kosslick lädt in diesem Jahr zur 60. Ausgabe der Filmfestspiele in die Hauptstadt. (Berlinale)
"Jud Süss - Film ohne Gewissen" läuft im Wettbewerb und startet im Herbst in den deutschen Kinos. Links Tobias Moretti, rechts Moritz Bleibtreu. (2009 Concorde Filmverleih GmbH / Tom Trambow)
Benjamin Heisenbergs "Der Räuber" startet am 4. März in den deutschen Kinos. Andreas Lust spielt die Hauptrolle. (Zorro)
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