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OK Go liefern in "Of The Blue Colour Of The Sky" coolen Pop

OK Go Of The Blue Colour Of The Sky

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Überschwänglich produzierter, über alle Kai-Mauern dieser virtuellen Welt flutender Wall-Of-Sound-Pop. Überall quillt er heraus, überschwemmt das Web und ballt sich in den Facebooks, Myspaces und Twitters zu einem reißenden Sog zusammengesetzter Eindrücke zusammen. Die Pop-Agenda 2010 hält an ihren interdisziplinären Dogmen fest: Das globalisierte Bunt des Mainstream-Pop schält sich wie feines Karamell von den Songs, versüßt unseren Gehörgang, muss aber dennoch kompatibel für alle alternativ denkenden Musikkonsumenten sein. Vorhang auf für OK Gos "Of The Blue Colour Of The Sky".

Die Blaupause für diese neue Pop-Spielart legten MGMT mit "Oracular Spectacular" vor, die üblichen Nachahmer versanken im Strudel der kopierten Nullen und Einsen. OK Go aus Chicago haben da eine vorteilhaftere Ausgangsposition, denn mit ihren zwei Vorgängeralben hatte sie sich bereits überzeugend mit Punk-affinem Drei-Akkorde-Power-Pop ausgetobt. Darüber hinaus eilt ihnen ihr Ruf als Videoclip-Spinner voraus, Aber-Millionen schauen sich im Netz ihr gut durchdachtes visuelles Gezappel an.

Es ist also an der Zeit, mal das Ideen-Rädchen ein wenig weiterzudrehen und mit dem dritten Album "Of The Blue Colour Of The Sky" sprichwörtlich das Blaue vom (Pop-)Himmel zu musizieren. Weg mit den einfachen Akkorden, hin zu Grenzen auslotenden Pop-Kaskaden. Man kommt sich hier vor, als stünde man inmitten eines permanent durchgeschüttelten Kaleidoskops, das niemals stillstehen will. Hauptsache, es brummt und kracht und die Interferenzen stimmen.

Dave Fridmann, als Produzent von MGMT und The Flaming Lips bestens mit dem Far-Out-Sound des Neuzeit-Pop vertraut, bringt zentnerschweren Hall um Rhythmus und Stimme mit. Dazu ruckeln und zerren regelmäßig Effekte an den teils perfekten Prince-Imitationen aus der "Purple Rain"- und "1999"-Ära ("Skyscrapers", "White Knuckles") und an den wummernden Prog-Drums herum, die gezielt jeden Harmonie-Ausbruch im Keim ersticken ("This Too Shall Pass"). Richtig gut sind OK Go nur beim Exerzieren von Freak-Folk-Schemata ("All Is Not Lost") und bei der Vorstellung von Vocoder-geschwängertem Dream-Pop ("Before The Earth Was Round").

Der Liebe zum Detail steht jedoch die aufgeblasene Produktion im Weg, und da wären wir wieder am Anfang der Geschichte. Der Wall-Of-Sound-Pop von OK Go ist da draußen angekommen, keine Frage. Doch wo bitte sind die guten Songs, die hängen bleiben? Die hat "Of The Blue Colour Of The Sky" leider nur ansatzweise.

Constantin Aravanlis


Datum: 19.02.2010

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