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"Hero" ist ein ästhetisches Martial-Arts-Märchen

Hero

Der Legende nach bestand das Land China einst aus sieben Königreichen. Doch der König von Qin trachtete auch nach der Macht über all die anderen Gebiete. Es entfacht ein Kampf zwischen Gegnern und Befürwortern des Königs. Zhang Yimous "Hero" ist zugleich ästhetisch anspruchsvoller Martial-Arts-Streifen und Liebesfilm. kabel eins wiederholt das furiose Machwerk, das seine Geschichte in Bilder voller Farbe und Anmut kleidet und wie ein leichtfüßiges Ballett inszeniert ist.

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Böse Zungen werteten Zhang Yimous Film als folkloristische Ode an dessen Heimatland ab. Doch "Hero" (2004) ist nicht einfach nur ein Historienschinken. Mit seiner Entscheidung, das Geschehen in der frühen Vorzeit des chinesischen Reiches anzusiedeln, übt Yimou, der 2008 als Regisseur der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking fungierte, eine gewisse - wenn auch sehr leise - Kritik am Zensursystem seines Mutterlandes.

Erzählt wird die Geschichte vom aufstrebenden König Qin (Daoming Chen), der vor mehr als 2.000 Jahren, als China noch ein geteiltes Land war, unerbittlich um die Vorherrschaft kämpfte. Freilich gab es viele Attentäter aus den anderen Königreichen, die dem Tyrannen nach dem Leben trachteten. Am gefürchtetsten waren die Kämpfer Broken Sword (Tony Leung Chiu Wai), Flying Snow (Maggie Cheung) und Sky (Donnie Yen). Nun machte sich indes der bisher unbekannte Streiter mit dem sagenhaften Namen Nameless (Jet Li, "Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers", 2008) auf, um genau jenen Attentätern den Garaus zu machen, um die Belohnung des Königs zu verdienen. Doch nichts ist so, wie es scheint, und der König wird noch seine Probleme bekommen.

"Was ist ein Held?", mag sich der Zuschauer nach dem Bilderreigen fragen. Ist es der furchtlose und ohne Frage brillante Haudegen Nameless (ein bisschen garstig gespielt von Jet Li, der dem Actionfilm ab Sommer dieses Jahres in "The Expendables" - von und mit Sylvester Stallone - neues Leben einhauchen will), der König Qin (Besserwisser: Chen Dao Ming), oder sind es die sich innig liebenden Flying Snow und Broken Sword?

Am Ende ist man nicht schlauer, aber ob des Durcheinanders aus Pflichtgefühl, Liebe und traditionell begründeten Rachegefühlen ein wenig offener für die Historie eines Landes, dessen wahres Gesicht sich der westlichen Welt noch immer nicht gezeigt hat. Dem Zuschauer zeigt sich ein Meisterwerk, in dem die Philosophie des Schwertkampfes und die Tragik einer nicht enden wollenden Liebe nur zwei Elemente sind, die staunen lassen, und das durch die fremde und doch sehr zielgruppengerechte Unterhaltung fasziniert.

Jasmin Herzog


Jet Li spielt in "Hero" den Kämpfer Nameless.
Jet Li spielt in "Hero" den Kämpfer Nameless. (kabel eins / Constantin Film)

Nameless (Jet Li) begehrt Eintritt beim König von Qin. Im Gepäck hat er die Waffen der drei berüchtigten Attentäter Sky, Broken Sword und Flying Snow.
Nameless (Jet Li) begehrt Eintritt beim König von Qin. Im Gepäck hat er die Waffen der drei berüchtigten Attentäter Sky, Broken Sword und Flying Snow. (kabel eins / Constantin Film)

Long Sky (Donnie Yen, links), Flying Snow (Maggie Cheung, zweite von links), Nameless (Jet Li, Mitte), Broken Sword (Tony Leung Chiu Wai, zweiter von rechts) und Moon (Ziyi Zhang, rechts) sind echte Kämpfer.
Long Sky (Donnie Yen, links), Flying Snow (Maggie Cheung, zweite von links), Nameless (Jet Li, Mitte), Broken Sword (Tony Leung Chiu Wai, zweiter von rechts) und Moon (Ziyi Zhang, rechts) sind echte Kämpfer. (kabel eins / Constantin Film)

Datum: 24.02.2010

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