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Richard Gere nimmt an "The Hunting Party" teil

The Hunting Party

Mit dem Titel sei er nicht recht zufrieden, maulte Richard Gere 2007 bei der Präsentation seines Kinofilms "The Hunting Party". Und mit dem Ende auch nicht. Zwar bekomme der Schurke seine gerechte Strafe, doch die Befriedigung sei so nachhaltig, wie ein zuckriger Schokoriegel gegen Hunger hilft. Bis zum Happy-Hollywood-Ending machte Regisseur Richard Shepard bei seiner bitteren Kriegssatire aber durchaus einiges richtig. Der Film, den vox nun als Free-TV-Premiere zeigt, prangert die mangelnde Entschlossenheit an, mit der die Völkergemeinschaft die Gräueltaten ahndet, die in Bosnien während des Balkankriegs begangen wurden.

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Gere (ab 25.03. im starbesetzten Cop-Drama "Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest" im Kino zu sehen) spielt mit flirrender Energie den hoch dekorierten Fernsehreporter Simon Hunt, der gemeinsam mit seinem Kameramann Duck (Terrence Howard) aus den Krisengebieten der Welt berichtet. "Fuck!", schreit Duck, wenn die beiden mal wieder in Lebensgefahr geraten. "Ich weiß", kontert Hunt, den nichts aus der Ruhe bringt. Bis der coole Starreporter dann doch die Nerven verliert und seinen Chef (James Brolin) während eines Bosnien-Berichts vor laufender Kamera übel beleidigt.

Gut fünf Jahre liegt die Karriere des preisgekrönten Nachrichtenmannes in Schutt und Asche. Dann taucht er urplötzlich im Hotelzimmer seines alten Kameramannes auf mit einem tollen Plan: Er will den "Fuchs", einen der meist gesuchten Kriegsverbrecher des Balkans, fangen, fesseln und ausliefern. Dabei sind Hunts Motive gar nicht so ehrenwert. Er hat Schulden, die bezahlt werden müssen. Aber halt auch immer noch einen sehr guten Spürsinn. Die klapprige Ausstattung mit der er, Duck und der Nachwuchsjournalist Strauss (Jesse Eisenberg) ihre Mission aufnehmen, hätte allerdings selbst MacGyver Schweißperlen auf die Stirn getrieben.

Eine authentische Magazinreportage, veröffentlicht im "Esquire", stand Pate für den Film, bei dem Richard Shepard geschickt Insider-Wissen mit schwarzem Humor verquickt. Bei allem Übermut verliert die Satire nie den Respekt vor dem Thema. Und das sind halt im Zweifelsfall all die Menschen, die auf dem Balkan niedergemetzelt wurden. Doch in dem Maße, wie der Zynismus verfliegt, wird die Tragikomödie zugleich immer berechenbarer, bis zum von Richard Gere zu Recht monierten Ende, das arg viel Dreck unter den großen Hollywoodteppich kehrt.

Johann Ritter


Jäger und Gejagter, oder umgekehrt? TV-Reporter Simon Hunt (Richard Gere, links) will den gesuchten Kriegsverbrecher "Der Fuchs" (Ljubomir Kerekes) dingfest machen.
Jäger und Gejagter, oder umgekehrt? TV-Reporter Simon Hunt (Richard Gere, links) will den gesuchten Kriegsverbrecher "Der Fuchs" (Ljubomir Kerekes) dingfest machen. (vox / QED International / JM)

Zurück im Geschäft: Der abgehalfterte Fernsehreporter Simon Hunt (Richard Gere) hat fünf Jahre nach einem folgenschweren Nervenzusammenbruch seinen Spürsinn nicht verloren.
Zurück im Geschäft: Der abgehalfterte Fernsehreporter Simon Hunt (Richard Gere) hat fünf Jahre nach einem folgenschweren Nervenzusammenbruch seinen Spürsinn nicht verloren. (vox / QED International / JM)

Mirjana (Diane Kruger), Opfer eines skrupellosen Kriegsverbrechers, sinnt auf Rache.
Mirjana (Diane Kruger), Opfer eines skrupellosen Kriegsverbrechers, sinnt auf Rache. (vox / QED International / JM)

Datum: 24.02.2010

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