"Tatütata - die Negers sind da!" - es gibt wohl keinen dämlicheren Satz, um eine Ku-Klux-Klan-Party zu sprengen. Aber auch keinen lustigeren. Leider ist dies einer der wenigen Höhepunkte der auf cool getrimmten Action-Komödie "Bad Boys II" (2003), die ProSieben nun etwas vollmundig im "Will Smith Double Feature" wiederholt. An das zuvor um 20.15 Uhr ausgestrahlte Sozialdrama "Das Streben nach Glück" reicht das von Michael Bay ("Transformers", "The Rock") inszenierte Buddy-Movie zu keiner Zeit heran. Auf eine spannende oder gar logische Geschichte wurde nahezu völlig verzichtet.
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Aber so ist das mit Jerry Bruckheimer: Wenn der mächtige Produzent ("Fluch der Karibik") erst einmal in Fahrt kommt, gibt es kein Halten mehr. Auch "Bad Boys II" folgt dem Credo "lauter, doller, gewaltiger" und machte damit denselben Fehler, wie so viele Fortsetzungen erfolgreicher Blockbuster.
Denn trotz aller Explosionen, Verfolgungsjagden und Sprüche von Mike Lowrey (Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) schmeckt der Film wie ein abgestandenes Bier im Hochsommer. Besonders schal ist der letzte Schluck: Erst rasen die bösen Jungs mit einem Hummer-Geländewagen durch eine Wellblech-Siedlung. Später schlagen sie sich nach Guantanamo-Bay durch, wo sie auf dem Minenfeld vor dem US-Stützpunkt endlich den Oberschurken zerfetzen können.
Doch bis dahin ist es ein langer Weg, den das Buddy-Gespann in Florida zurücklegen muss. Diesmal sind es Russen und Kubaner, verabscheuungswürdige Drogendealer, die sie perfekt gestylt bewältigen müssen. Und weil der reizbare Mike Lowrey ausgerechnet mit der Schwester seines sensiblen Partners Marcus anbändelt, gibt es sogar Konfliktpotenzial im Team.
Aber angesichts von Autotransportern, die eine gesamte Hochstraße in Schutt und Asche legen, und Leichenwagen, die ihre Ladung verlieren, kommen Komik und Wortwitz viel zu kurz. Regisseur Michael Bay folgt zu willig dem Diktat des großen Bruckheimer und verlässt sich mehr auf die Pyrotechnik und den Patriotismus als auf eine kontrastreiche und kurzweilige Action-Story.
Dennoch spielte der Blockbuster alleine in den USA 138 Millionen Dollar ein. Will Smiths Karriere hat der Film also ganz und gar nicht geschadet. Der "Hancock"-Star, der laut "Forbes"-Ranking 2008 der bestbezahlte Hollywoodschauspieler war, legt derzeit eine kleine Schaffenspause ein. Spätestens 2011 soll er jedoch im schon dritten Teil der "Men in Black"-Reihe zu sehen sein - und zwar mit neuem Partner: Josh Brolin ("No Country For Old Men") ersetzt Medienberichten zufolge den Alien-müden Tommy Lee Jones.
Johann Ritter
Schrecklich cool: Martin Lawrence (links) und Will Smith spielen zum zweiten Mal die bösen Jungs. (ProSieben / Sony Pictures Television)
"Wir geben gemeinsam Gas, wir beißen gemeinsam ins Gras - Bad Boys fürs Leben" - Marcus (Martin Lawrence, links) und Mike (Will Smith) sind eigentlich dicke Kumpels. Nur haben die beiden eine gänzlich unterschiedliche Auffassung vom Leben ... (ProSieben / Sony Pictures Television)
Typisch Jerry Bruckheimer: In "Bad Boys II" segeln Motorboote und Polizeiautos völlig sinnfrei durch die Luft. (ProSieben / Sony Pictures Television)
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