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Angenehm, aber belanglos: Ang Lees "Taking Woodstock"

Taking Woodstock

Ang Lee präsentiert einen wunderbaren kleinen Film mit Geschichten im Vorfeld des unglaublichsten Rock-Festivals aller Zeiten.

(vm/tsch) Eine Hommage an Woodstock ist Ang Lees “Taking Woodstock” nicht, obwohl der Film zum 40en Jubiläum des Hippie-Festivals entstand. Es ist eher ein kleiner, unterhaltsamer Gute-Laune-Film, den der Macher von schweren Dramen wie „Brokeback Mountain” und „Der Eissturm“ gedreht hat, zum Ausruhen quasi. Im Vordergrund von „Taking Woodstock“ stehen die Bewohner des verschlafenen Dorfes Bethel, das völlig unerwartet plötzlich zum Zentrum der Hippiekultur wurde. Angenehm und sympathisch ist das Ganze schon, doch es wird komplett auf irgendeine Aussage verzichtet und das Geschehen plätschert die meiste Zeit nur so vor sich hin, ohne Ziel und Richtung.

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40 Jahre ist es her, das legendäre Musikfestival Woodstock. Dass Oscarpreisträger Ang Lee zum Jubiläum eine Komödie darüber drehte, führte ein wenig in die Irre. Denn nicht die Hippies stehen im Vordergrund und auch nicht die Musik. Der Filmemacher erzählt in "Taking Woodstock" (2009), jetzt auf DVD und Blu-ray Disc, eine kleine Geschichte: die eines jungen Mannes, der den Veranstaltern das Grundstück vermittelte und sein Dorf für eine Lawine an feierfreudigen Menschen freigab. Und wenn er schon mal da ist, schaut Lee gleich noch bei einigen der schrulligen Dorfbewohner in die Privatgemächer.

Vor dem Festival sah die Situation in der Provinz recht traurig aus. Das Motel El Monaco wird von der rüden Sonia Teichberg und ihrem sehr stillen Mann Jake geführt, gespielt von Imelda Staunton und Henry Goodman. Demetri Martin spielt ihren Sohn Elliot, der versucht, die kleine Pension am Leben zu halten, obwohl er eigentlich sein eigenes Leben in New York führen will.

Woodstock steht beim Regisseur von "Brokeback Mountain" und "Tiger and Dragon" nicht für Musik. Das Festival interessiert ihn kaum, er hält die Kamera backstage, erzählt wunderbar beiläufig die Geschichten der Menschen, die es in den Ort verschlägt. Stoisch kämpft Gutmensch Elliot gegen die widrigen Umstände, begleitet von paranoiden Vietnamveteranen und unglaublicher Situationskomik.

"Taking Woodstock" ist unterhaltsam, ein schwelgerischer Film ohne große Gesten, der einer Begegnung von Ang Lee und Elliot Tiber, 1935 als Elliot Teichberg geboren, bei einer Talkshow zu verdanken ist: Tibers autobiografischer Roman diente als Grundlage.

Optisch transportiert "Taking Woodstock" die Atmosphäre jener Tage besonders im HD-Format sehr stimmungsvoll. Satte Farben und die gut sitzende Schärfe zeichnen die plastischen BD-Bilder aus. Allerdings macht auch die DVD eine gute Figur: Hier müssen formatbedingt lediglich in der Detailtiefe einige Abstriche gemacht werden. Beim Sound sind die Unterschiede noch minimaler: Der DTS-HD-Mix der Blu-ray Disc hat gegen über dem bereits raumfüllenden Dolby Digital 5.1-Sound der DVD kaum Vorteile. Allerdings enthält die BD zwei zusätzliche Dokus, die im bereits kurzweiligen Bonusteil der DVD fehlen.

Claas Nielsen

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch
extras Audiokommentar von Regisseur Ang Lee; Entfallene Szenen; Making Of; Featurettes: No Audience Required: The Earth Light Players, Horsing Around The Set
laufzeit 115 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 16 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras gut

Credits:
(USA 2009, R: Ang Lee, D: Demetri Martin, Imelda Staunton, Emile Hirsch u.a.)


Ang Lee erzählt in "Taking Woodstock" die Geschichte der Menschen im kleinen Ort Bethel, der Schauplatz des berühmten Musikfestivals werden sollte.
Ang Lee erzählt in "Taking Woodstock" die Geschichte der Menschen im kleinen Ort Bethel, der Schauplatz des berühmten Musikfestivals werden sollte. (Universal)

Es sieht nicht gut aus für das elterliche Motel: Sonia (Imelda Staunton) glaubt weniger an die Rettung als ihr Sohn Elliot (Demetri Martin).
Es sieht nicht gut aus für das elterliche Motel: Sonia (Imelda Staunton) glaubt weniger an die Rettung als ihr Sohn Elliot (Demetri Martin). (Universal)

Und sie pilgerten und pilgerten. Kein Mensch rechnete mit dem Ansturm, den das Woodstock Festival in Bethel erlebte, einem eigentlich verschlafenen Ort.
Und sie pilgerten und pilgerten. Kein Mensch rechnete mit dem Ansturm, den das Woodstock Festival in Bethel erlebte, einem eigentlich verschlafenen Ort. (Universal)

Datum: 22.02.2010

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