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Frank Black: Honeycomb

Frank Black Honeycomb

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Frank Black hat sein bestes Album seit den frühen Tagen der Pixies aufgenommen: tolle Songs, wunderschöne Arrangements und - nein, nicht die alte Spannung zwischen Pop-Ohrwurm und Punk-Wutausbrüchen. Statt dessen der süße Thrill gleichzeitiger Schönheit und Melancholie. Und da sind wir schon, richtig, bei der Country-Musik. Zusammen mit seinem Produzenten Jon Tiven, der schon mit Soul-Legenden wie Wilson Pickett und B.B. King arbeitete, machte sich Black für dieses Album auf den Weg nach Nashville.

Dort nahm er mit einigen der größten Studiomusiker-Legenden dieser an Legenden nicht gerade armen Stadt dieses herrliche Album auf. Steve Cropper (Booker T. and the M.G.s), Buddy Miller (Emmylou Harris) und Reggie Young (Elvis Presley) lassen die Gitarren singen. David Hood (Aretha Franklin, Willie Nelson) streichelt den Bass. Profis wie Chester Thompson (Genesis, Frank Zappa) oder Anton Vig (Bob Dylan, B.B. King) rühren die Trommelstöcke. Frank Black sagt, dass er mit diesem Album den Geist des 66er-Bob-Dylan-Albums "Blonde On Blonde" einfangen wollte. Das ist ihm trefflich gelungen, zumindest in den Songs, die in dieser Mission unterwegs waren. Außerdem gibt es noch eine gute Portion Südstaaten-Soul der Marke Stax in Frank Blacks neuen Geschichten. Was wenig wundert, wenn man bedenkt, dass viele seiner Musiker schon an den Originalen mitgewirkt haben - den klassischen Alben aus den Studios der US-Soul-Küchen.

Doch all die Namen, all das Profimuckertum wäre natürlich nichts, wenn nicht die Songs des kugelrunden Indie-Altmeisters auf diesem Album Extraklasse aufweisen würden. Wer Black bereits als alternde Legende abgeschrieben hat, der ihr Ohr fürs Besondere verloren ging, wird mit diesem Album eines Besseren belehrt. Wer allerdings nur auf einen Aufguss der guten, alten Pixies gewartet hat, der wird mit diesem Werk nicht unbedingt etwas anfangen können. Der sollte lieber zu einem ihrer Reunion-Konzerte gehen. Diese Musik hier ist nämlich gänzlich anders, und das ist im Jahr 2005 auch gut so.

Eric Leimann


Datum: 17.07.2005

Diskussion: "Frank Black: Honeycomb"

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