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Cineastentreff Kino Film Fernsehprogramm Kino Film Das österreichische Drama "Revanche" kämpfte 2008 um den Auslandsoscar
Das österreichische Drama "Revanche" kämpfte 2008 um den Auslandsoscar

Revanche

"Wer ist schuld, wenn dein Leben anders verläuft als du es willst"? - Der damalige Verleihslogan ist eine Frage, die Götz Spielmann in seinem eindringlichen Drama "Revanche" (2008) eher nur nebenbei stellt. Vordergründig erzählt er zwei Geschichten, deren Fäden eng zusammenlaufen. Zufall und Tod treiben ein bizarres Spiel in dieser österreichischen Produktion, die für den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert wurde und bei der Berlinale-Premiere 2008 größtes Lob bekam. Das Bayerische Fernsehen zeigt ihn nun als deutsche TV-Erstsendung.

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"Revanche" ist einfach und komplex zugleich. Langsam und schlicht erzählt, entfaltet der Film dennoch eine Wucht, die inhaltlich nur schwer zu orten ist. Geht es um Rache, um Versöhnung, oder schlicht um die Suche nach Identität?

Im Mittelpunkt steht Alex (Johannes Krisch), Handlanger eines Wiener Bordellbesitzers, der die Prostituierte Tamara (Irina Potapenko) liebt. Alex will mit Tamara ein neues Leben beginnen und entschließt sich zu einem Banküberfall in dem verschlafenen Nest, in dem er aufgewachsen ist. Tamara will Alex unter allen Umständen beim Überfall begleiten, beim Warten im Auto wird sie mit dem zurückkehrenden Alex von einem Polizisten überrascht. Als dieser auf die Reifen des flüchtenden Autos zielt, trifft er Tamara tödlich.

Alex taucht auf dem Hof seines Großvaters (Hannes Thanheiser) unter, der - wie sich herausstellt - ganz in der Nähe des Hauses des Polizisten Robert (Andreas Lust) liegt, der Tamara erschoss. Robert hat eine hübsche Frau mit unerfüllt gebliebenem Kinderwunsch, Susanne (Ursula Strauss), die Alex' Großvater seit dem Eintreffen des Enkels immer häufiger besucht ... - Aber auch ihrem Mann, Robert, kommt Alex bei dessen täglichem Joggen näher. Der an sich selbst zweifelnde, in Depressionen verfallende Robert will wissen, warum Alex Tamara zum Banküberfall mitgenommen hat. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, über dem Alex' jederzeit mögliche Rache schwebt. Der Film findet hingegen eine überraschende Wendung. Es kommt zu einer Art ironischer Selbstjustiz.

Auch, wenn die Oscar-Nominierung für "Revanche" die wohl bedeutendste Auszeichnung war, am schönsten beurteilte wohl die Jury des Filmfestivals in Schwerin seinen Gewinner 2008: Es gehe hier "um Vergebung, um Menschlichkeit, um Heimat und um inneren Frieden", der Film sei "realistisches modernes Erzählkino in reinster, schönster Form" und erreiche "gerade durch den Verzicht auf jede Effekthascherei" atemberaubende Spannung und höchstmögliche Aufmerksamkeit.

Hans Czerny


Tamara (Irina Potapenko) möchte zunächst nicht, dass ihr Freund Alex die Bank überfällt.
Tamara (Irina Potapenko) möchte zunächst nicht, dass ihr Freund Alex die Bank überfällt. (BR / Telepool)

Der Ex-Knacki Alex (Johannes Krisch) arbeitet in Wien für ein Bordell und hat sich dort in eines der Mädchen verliebt. Mit ihr möchte er fliehen, nachdem er eine Bank ausgeraubt hat.
Der Ex-Knacki Alex (Johannes Krisch) arbeitet in Wien für ein Bordell und hat sich dort in eines der Mädchen verliebt. Mit ihr möchte er fliehen, nachdem er eine Bank ausgeraubt hat. (BR / Telepool)

Alex (Johannes Krisch) und die Ukrainerin Tamara (Irina Potapenko) treffen sich heimlich.
Alex (Johannes Krisch) und die Ukrainerin Tamara (Irina Potapenko) treffen sich heimlich. (BR / Telepool)

Datum: 27.02.2010

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