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Almost Alice im Wunderland

Almost Alice im Wunderland

Soundtracks sind so eine Sache … manche können als eigenständige Kunstwerke gelten, andere greifen lediglich nach dem schnellen Euro, indem sie einen erfolgreichen Filmtitel verwursten. Die beiden jüngst erschienen CDs zu Tim Burtons „Alice im Wunderland“-Remake schaffen beides.

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Während man über Burtons jüngstes Werk geteilter Meinung sein kann, lässt der Score von Danny Elfman weniger Spielraum. Der mehrfach oscarnominierte Elfman arbeitete schon mehrmals mit Tim Burton zusammen, unter anderem bei den Filmen „Edward mit den Scherenhände, Nightmare Before Christmas“ und „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Das trägt ihm einen ähnlichen Status ein wie Johnny Depp, der ebenfalls ein Burton-Abo zu haben scheint.

Aber Elfman hat auch die Titelmusik der „Simpsons“ komponiert – vermutlich das Werk mit dem er sich am ehesten in der Fernsehlandschaft verewigt hat. Der 57jährige ist ein vielseitiger Komponist, der auch gerne mal klassische Einflüsse verarbeitet. Sein Score zu „Alice“ ist auch ohne direkte Verbindung zum Film sehr hörbar, den Fans des Films wird er Erinnerungen wachrufen und Szenen erneut durchleben lassen, was das Werk für ein breites Publikum interessant macht. Das Klangspektrum reicht von märchenhaftem Bombast bis zu schaurig-düsteren Stücken, die mitunter eine enorme atmosphärische Wirkung entfalten.

Im Gegensatz zu seinem Kollegen Hans Zimmer, der inzwischen ein Verfechter der digitalen Technik ist, hat Elfman seinen Score mit echten Instrumenten orchestrieren lassen und in den legendären Abbey Road Studios einen Chor einsingen lassen. Die strukturellen Einflüsse, die Elfman aus seiner aktiven Zeit als Rockmusiker mitgebracht hat, fügen ein weiteres Tiefenelement hinzu.

So erfreulich dieser Score ist, so unerfreulich ist der zusätzlich und zeitgleich am 5. März veröffentlichte Soundtrack „Almost Alice“. Mit Avril Lavigne, Tokio Hotel, Franz Ferdinand, Wolfmother und weiteren Acts versammelt er einen Mix aus schwer erträglich seichtem Poprock, alles ebenso langweilig und uninspiriert wie radiotauglich, und ohne jegliche musikalische Tiefe. Selbst der einzige Lichtblick der Scheibe, Robert Smiths (The Cure) Cover von „Very Good Advice“, kommt furchtbar blutleer daher. Sicher, die Compilation zielt auf das jüngere Publikum, das in der Regel über austauschbaren Pop erst langsam einen eigenen Geschmack entwickelt, und hat von daher sicher seine Berechtigung. Die einen können so was nebenbei als Hintergrundgedudel hören, andere finden es schon beim ersten Song enervierend.

Positiv ist der optische äußere Gesamteindruck. In Zeiten, da immer mehr Musik direkt in digitaler Form gekauft wird, wissen ansehnlich designte Artworks zu gefallen. Ein Hingucker im Plattenregal sind beide Scheiben. Aber nur eine hält, was ihr Äußeres verspricht. (gw)

GEWINNSPIEL
Zwei Freikarten für „Alice im Wunderland“ zu gewinnen!

Sendet bis zum 30. März 2010 eine Mail mit dem Betreff „Alice“ an und gewinnt zwei deutschlandweit einlösbare Freikarten für eine Kinovorstellung von Tim Burtons „Alice im Wunderland“. Der Gewinner wird am 31. März per Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Alice im Wunderland: Score von Danny Elfman (Walt Disney Records)
Alice im Wunderland: Score von Danny Elfman (Walt Disney Records)

"Almost Alice": Der Soundtrack (Walt Disney Records)
"Almost Alice": Der Soundtrack (Walt Disney Records)

Datum: 25.03.2010

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