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L.A. Guns: Covered In Guns

L.A. Guns: Covered In Guns

Schon wieder eine Coverscheibe von den Urgesteinen des Sleaze Rock? Ja, leider. Nur sechs Jahre nach „Rips The Covers Off“ kommt eine weitere Sammlung mit Coverversionen.

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Wer die Bandgeschichte der L.A. Guns in den letzten Jahren nicht verfolgt hat, dürfte inzwischen heillos verwirrt sein. Denn die Kultkombo aus Los Angeles gibt es inzwischen 2,5 mal. Nein, das ist kein Scherz! Nur wenige Jahre nach der Reunion und den wirklich überzeugenden Alben „Man In The Moon“ (2001) und „Waking The Dead“ (2003) gab es, wie zu erwarten, Zoff zwischen den Altrockern, und der Streit zwischen Bandleader Phil Lewis und Leadgitarrist Tracii Guns (immerhin lieferte er als Gründungsmitglied das „Guns“ in Guns N’ Roses) eskalierte. Guns stieg aus, Lewis engagierte mit Stacey Blades einen würdigen Nachfolger und nahm mit „Tales From The Strip“ eine konkurrenzlose Scheibe auf, die sogar den Bestseller „Cocked & Loaded“ noch übertraf.

Allerdings hatte Lewis verpennt, sich die Namensrechte zu sichern – und so stellte Tracii Guns eine eigene Band auf die Beine und ging ebenfalls unter dem Namen L.A. Guns auf Tour. Im Gegensatz zu Lewis schreibt er aber kein eigenes Songmaterial (und wer „American Hardcore“ kennt, der weiß, warum das besser so ist). Schon während der ersten Trennungsphase der Band hatte er unter dem Titel „Hollywood Rehearsal“ 1997 alte Coveraufnahmen veröffentlicht. Da nun aber Lewis erst vor wenigen Jahren mit „Rips The Covers Off“ eine Coverplatte aufgenommen hatte – gefolgt von dem Livealbum „Loud & Dangerous – Live From Hollywood“, wirkt das nun, als fiele der Band nichts mehr ein. Lewis gibt sich daher allergrößte Mühe, zu betonen, dass er mit den Eskapaden von Tracii Guns nichts zu tun hat und seine Version der Band das Original sei. Das muss er auch, wenn er nicht will, dass man die Veröffentlichung matschig klingender Garagendemos („Hollywood Raw“, 2007) ihm zuschreibt.

Das freilich sieht Paul Black ganz anders. Black war der erste Sänger der Band und daher im Gegensatz zu Lewis Gründungsmitglied. Und er findet, dass Lewis seine Songs (auf dem Debütalbum „L.A. Guns“, 1988) verhunzt hat. Daher veröffentlichte er 2007 die „Black List“ – seine eigenen Versionen jener Songs. Und zwar unter dem Namen Paul Black’s L.A. Guns.

Auch das dürfte Lewis ärgern, denn während er weiterhin motiviert, engagiert und musikalisch höchst kreativ daran arbeitet, den Sleaze Rock ins neue Jahrtausend zu retten, versuchen seine Ex-Kollegen, noch den letzten Cent aus Aufnahmen zu quetschen, die nie zur Veröffentlichung bestimmt waren.

Hörbar ist „Covered In Guns“ dennoch. Die mit viel Spielfreude aufgenommenen Versionen von Songs wie „I Love Rock N’ Roll“ (The Arrows), „Crazy Bitch“ (Buckcherry), „Don’t Fear The Reaper“ (Blue Öyster Cult) oder „Cry Little Sister“ (Gerald Mann) machen durchaus Spaß. Nur originell sind sie nicht. (gw)


L.A. Guns: Covered In Guns (Cleopatra Records)
L.A. Guns: Covered In Guns (Cleopatra Records)

Datum: 16.05.2010

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