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Bedways

Bedways

Alle Jahre wieder kommt so ein Film zwangsläufig – ein Film, der expliziten Sex als Kunst verkaufen will und natürlich schon allein deshalb Aufmerksamkeit erhält. Die Masche ist furchtbar billig, funktioniert aber dennoch immer wieder. Was bei Michael Winterbottom („9 Songs“) sogar ganz gut funktioniert hat, wird bei RP Kahl zum platten Aufgeilungsintellektualismus.

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Rolf Peter Kahl (der sich, warum auch immer, einfach RP nennt) ist ein Name im deutschen Filmbusiness. Der Independentfilmer hat zahlreiche Preise eingeheimst und sitzt im Beratergremium der Auswahljury der Berlinale – was direkt die Frage aufwirft, weshalb auf der Berlinale nicht öfter mutiges Independentkino läuft. 1997 hat er einen Film von Oskar Roehler produziert, der inzwischen zur Avantgarde des jungen deutschen Kinos gehört. RP ist es zu verdanken, dass Larry Clarks selten dämliche Teeniesexklamotte „Ken Park“ in den deutschen Kinos lief. Und fickende Teenager sind ja bekanntlich Clarks Spezialität – und auch der einzige Grund, weshalb seine Filme überhaupt angesehen werden.

Kahl unterrichtet auch den Filmernachwuchs; er ist die andere Seite des Extrems. Während der deutsche Filmschulendurchschnitt vor allem in der Nivellierung von Originalität und Innovation besteht, ist Kahl ein Radikaler, der grundsätzlich alles anders macht und zugleich beweist, dass anders nicht unbedingt auch gut ist. Zwar hat er ein Gespür für intensive, eindringliche und beeindruckende Bilder – aber viel mehr auch nicht.

Diese Bilder bekommt der Zuschauer auch in dem Streifen mit dem bezeichnenden Titel „Bedways“ zu sehen. Natürlich ist der Sex und nur der Sex das Marketingargument für diesen Film, und deutschlandweit springen die Redaktionen wie hechelnde Hunde auf den Zug auf. Es geht um eine Regisseurin, die einen Film drehen will, in dem gefickt wird. Und masturbiert. Eine Handlung gibt es nicht, nur die grobe Idee. Es gibt die Aussage, dass Persönlichkeit egal ist, nur das Körperliche ist wichtig. Es gibt die Sorgen um anhaltende Erektionen vor der Kamera. Und dann gibt es wieder Sex. Man muss eingestehen, dass die Idee etwas hat – der Film im Film, das Drehen eines Films über das Drehen eben dieses Films. Es ist eine interessante Position, in die der Zuschauer versetzt wird, und unterhaltsam ist das Ganze allemal. Die erwähnten innovativen und eindrücklichen Bilder werden von einem wirklich brillanten Ensemble ergänzt. Nur hilft all das nicht über den Faden Beigeschmack hinweg, dass der einzige Sinn und Zweck von „Bedways“ ist, über die Natur des Fickens zu philosophieren, eben genau damit zu provozieren und den vermeintlichen Erfolg über das xte Kinosexskandälchen anzustoßen. (gw)


Bedways von RP Kahl (independent Partners Film)
Bedways von RP Kahl (independent Partners Film)

Bedways: Independent-Porno-Klamotte (Independent Partners Film)
Bedways: Independent-Porno-Klamotte (Independent Partners Film)

Bedways: Film im Film (Independent Partners Film)
Bedways: Film im Film (Independent Partners Film)

Datum: 03.06.2010

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Diskussion: "Bedways"

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