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Uriah Heep: On The Rebound

Uriah Heep: On The Rebound

Die Geburtstagsparty geht ins zweite Jahr. 40 Jahre Uriah Heep sind zu feiern, und damit eine der dienstältesten britischen Hard Rock Bands. Nur die unverwüstlichen Rolling Stones haben noch mehr Dienstjahre auf dem Buckel, wie Chronist Dave Ling (Classic Rock) im sehr informativen und ansprechend gestalteten Booklet vermerkt. Und anders als die Kollegen von Led Zeppelin oder Deep Purple, in deren Schatten sie immer ein bisschen gestanden haben, hat die Band um Gründungsmitglied und Gitarrist Mick Box, abgesehen von einer kleinen Pause um 1981 herum, fortwährend in verschiedenen Inkarnationen existiert. Und überlebt.

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Die Feierlichkeiten begannen bereits letztes Jahr, als sich die Bandgründung jährte. Mit großartigen Konzerten und der Jubiläumscompilation „Celebration – Forty Years Of Rock“, die zwölf Neueinspielungen ihrer größten Hits sowie zwei unveröffentlichte Songs des aktuellen Lineups enthielt. Die Scheibe dokumentiert sehr gut, was Uriah Heep heutzutage auch live bietet, kann aber die Karriere der Band nicht einmal annähernd repräsentativ abbilden. Das war vermutlich auch nicht beabsichtigt, denn nun wird eine weitere Veröffentlichung nachgereicht, die abermals den Vierzigsten im Untertitel trägt. Im Jubiläumsjahr der Veröffentlichung des Debütalbums „Very ’Eavy, Very ’Umble“ (1970) nehmen Cover und Artwork dieses aktuellen Nachschlags deutlich Bezug auf die Historie der Band. Diese gleichfalls offizielle, von Bandleader Mick Box zusammengestellte Werkschau strebt eine Dokumentation aller Schaffensphasen und Besetzungen der wechselvollen Bandgeschichte an. Von jedem der 21 Studioalben wurde mindestens ein Song ausgewählt.

Auf zwei CDs verteilt finden sich insgesamt 36 Titel, darunter ein bislang unveröffentlichter aus den Aufnahmesessions zum letzten Studioalbum „Wake The Sleeper“ (2008). Mit diesem grandiosen Werk läutete die Band nach zehnjähriger Albumpause ihre mediale Wiedergeburt ein. Das scheint etwas paradox. Aber obwohl sie beständig aktiv war, wurde sie von den Medien eher am Rande wahrgenommen. Das hat sich mit dieser unerwartet starken Scheibe drastisch gewandelt. Die aktuelle Zusammenstellung verdeutlicht einmal mehr, warum die Briten Aufmerksamkeit verdienen.

Uriah Heep haben zweifellos ihr Kapitel zur Rockgeschichte beigetragen und mit Songs wie „Gypsy“, „Easy Livin’“, „The Wizard“ oder „Stealin’“, die alle hier vertreten sind, ewige Klassiker geschaffen. Eins ist diese Sammlung ganz bestimmt: schwergewichtig. Ein anderes aber ist sie nicht, obwohl es der Untertitel verspricht: durchgängig heavy, im musikalischen Sinne. Denn neben der unsterblichen „Lady In Black“ wurden auch die eher poppig-seichten „Whad ’Ya Say“ und „Fallen Angel“ (vom gleichnamigen Album 1979) oder das wunderschöne „It Ain’t Easy“ (vom verunglückten Album „Conquest“, 1980) berücksichtigt. Hier wird ein wenig geschummelt, denn während neben David Byron und John Lawton auch Peter Goalby und natürlich Bernie Shaw als Leadsänger angemessen vertreten sind, wird der glücklose John Sloman, der seinen beiden Vorgänger Lawton und Byron in keiner Weise das Wasser reichen konnte, unterschlagen. „It Ain’t Easy“ singt nämlich Bassist Trevor Bolder.

Fans und Heep-Kenner mögen etliche Lücken ausmachen und Perlen wie „Dreammare“ „Time To Live“, „Tears In My Eyes“ oder „Suicidal Man“ aus der Byron-Ära ebenso vermissen wie „I’m Alive“ aus der Lawton-Phase. Dies wäre eine Gelegenheit gewesen auch diese und andere, etwas vergessene Highlights zu entstauben. Dafür hätten gerne einige der genannten Klassiker (insgesamt gibt es, wenngleich hier im Original, acht Überschneidungen mit „Celebration“) wegfallen dürfen. Was kaufmännisch natürlich absolut unsinnig wäre, insofern ist die Auswahl okay. Denn sie bildet tatsächlich fast das gesamte musikalische Spektrum der Band ab. Für Mick Box klingt es, als hätte er seinen iPod auf „Shuffle“. Tatsächlich folgt die Zusammenstellung keiner Chronologie oder erkennbaren Ordnung. Es geht munter durcheinander. Wer die Band gar nicht kennt und mit dieser Sammlung einsteigt, liegt völlig richtig, wenn er glaubt einen Rocksampler mit verschiedenen Bands zu hören. Was diese stilistische Bandbreite eint, ist in persona Mick Box, der als einziger von Anbeginn dabei und folglich auf allen Songs zu hören ist, sowie starke Melodien, die den Heep-Sound seit jeher und durch alle Perioden hindurch geprägt haben. Als komplementäres Werk zu „Celebration“ wie auch für sich genommen ist „On The Rebound“ eine gelungene Sammlung, die jenseits einer „Greatest Hits“-Edition vierzig Jahre musikalisches Schaffen angemessen würdigt. Und unterstreicht, was für eine herausragende Band Uriah Heep war, ist und hoffentlich noch lange bleiben wird.

Amir Shaheen

(gw)

Official Website: www.uriah-heep.com

Live in Deutschland im Sommer 2010
08.07.10 Mühldorf
03.08.10 Dietfurt
20.08.10 Dormagen
21.08.10 Waltershausen
04.09.10 Mannheim


Uriah Heep: On The Rebound (Sanctuary / Universal)
Uriah Heep: On The Rebound (Sanctuary / Universal)

Datum: 11.06.2010

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