Flying Circus: Forth
Vorwärts mit der vierten Scheibe! Zum 20. Bandjubiläum veröffentlichen Flying Circus ihr viertes Album. In Eigenregie. Dass das Musikbusiness nach Regeln funktioniert, die nicht immer verständlich sind und schon gar nicht musikalischer Substanz folgen, ist keine neue Erkenntnis. Die Grevenbroicher hätten es wahrlich verdient, ihr Schaffen einem großen Publikum zugänglich zu machen. Dazu bedarf es professioneller Vertriebsstrukturen und eines mit etwas Geld ausgestatteten Marketings. Wer seine musikalischen Wurzeln im Bereich der progressiven, rockigen Klänge hat, rennt nicht gerade offene Türen ein. Andererseits erfährt der Bereich des Progrock in den letzten Jahren steigenden Zuspruch. Aber längst nicht alles, was in dieser Sparte von größeren wie kleineren Labels auf den Markt gebracht wird, verfügt über das Potenzial, das Flying Circus auf ihrer neuen Scheibe dokumentieren.
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In den zwanzig Jahren ihres Bestehens ist die sechsköpfige Band zu beachtlicher Stärke gereift. Ihre Musik zu beschreiben oder zu kategorisieren fällt nicht leicht. Selbst „Metal Hammer“, „Rock Hard“ oder „Eclipsed“ bemühen große Namen wie Deep Purple, Rush, Led Zeppelin und Begrifflichkeiten wie Neoprog oder Hardprog, um das Spektrum zu fassen. Und, zugegeben, die Tatsache, dass die Fachpresse hier genannt wird, spiegelt die Mühe des Rezensenten, eine eigene Einschätzung zu formulieren. Das allerdings spricht eindeutig für die Musiker und ihr Schaffen. Wenngleich die Einflüsse der Band deutlich zutage treten, versteht sie es glänzend, ihre eigene Musik zu kreieren. Im Hard Rock 70er Jahre ebenso zu Hause wie in progressiven Gefilden, sucht und findet die Band ihren eigenen Sound. Der erstreckt sich von bombastisch-wuchtigen Parts bis zu elegischen Passagen, vereint fast schon kompakte Rocker mit epischen Songs, deren Spannungsbogen nie bricht. Ausgefeilte Kompositionen, harmonische Breaks und starke Melodien prägen den Sound. Sänger Michael Dorp, der auch als Frontmann der Led Zep-Coverband Mad Zeppelin aktiv ist, fügt mit seiner markanten Stimme ein weiteres unverkennbares Merkmal hinzu. Das treibende und eindringliche „Overload“, mit nettem „Whole Lotta Love“-Riff-Zitat oder „You’re Waging A War“ setzen sich textlich zudem mit Themen wie zunehmende Gewalt und Amokläufe an Schulen bzw. den Profiteuren unseres Wirtschaftssystems auseinander. „Forth“ vereint elf vielschichtige Songs zu einem ungemein starken Album.
Als Deluxe-Edition ist „Forth“ im Doppelpack mit der CD „Back“, die 13 unveröffentlichte Stücke enthält, erhältlich (zu beziehen über die Website der Band).
Amir Shaheen
Website: www.flying-circus-online.de
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Flying Circus: Forth (Eigenveröffentlichung) |
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