Robert Carl Blank: Last Time I Saw Dave
Robert Carl Blank aus Frankfurt ist erst Mitte dreißig, hat aber schon gute zwanzig Jahre Erfahrung im Musikbusiness auf dem Buckel – oder besser: im Musikmachen. Denn im Big Business, dem auch die großen Player der Musikszene mehr und mehr den Rücken kehren, ist er eher nicht verwurzelt. Der Songwriter schöpft seinen Stil aus vielen Einflüssen, die auf „Last Time I Saw Dave“ zu einer poppig-entspannten Melange verschmelzen.
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Das zentrale Element seiner Songs, die nicht nur ihre Melancholie, sondern auch einige Akkorde dem Blues entleihen, ist eine ruhig gespielte Akustikgitarre und Blanks sanfte, stets ein wenig leidende Stimme. Das sind aber längst nicht die einzigen Elemente, aus denen er seine Klangmuster strikt, die in Karben eingespielt und in New York von Fred Kevorkian gemastert wurden – New York, der Stadt von Paul Auster, dem Blank in den Liner Notes für die Unterstützung seiner Arbeit dankt, und dessen „Mr. Vertigo“ er sich mal eben ausgeliehen hat.
Das Album hat er geschrieben, während er auf Tour war, zwei Jahre, die er als „romantische Reise“ bezeichnet, um gleich darauf einen Klassiker zu zitieren: „I keep sailing“. Es sei ihm stets darum gegangen, das Hier und Jetzt einzufangen, musikalisch, emotional.
Die Scheibe ist durchgängig ruhig und relaxed, in einem poppigen, radiotauglichen Ton gehalten, der leider hier und da auch in radiotaugliche Banalität abdriftet. Gerade wenn, wie in „Words“, Blues-Anleihen anklingen, vermisst man das Wagemutige, das Unkonventionelle und das emotionale Ausbrechen im Stil, der in der siebeneinhalbminütigen Ballade "Pie in the Sky" leider schleppend bis sogar schnulzig wird.
„Last Time I Saw Dave“ hat seine Stärken. Wenn man sich einlässt auf Songs wie “Memories”, “Times Like These” oder “Eventually”, kann man durchaus auf der Gefühlswelle, von denen die Stücke getragen werden, mitschwimmen. Insgesamt aber bleibt es zu sehr eine Musik, die man nebenbei hören kann, und der man größere Aufmerksamkeit nur dann schenkt, wenn man sich aktiv dazu entscheidet. Um den Hörer von selbst aufhorchen zu lassen, sind die einzelnen Tracks zu geschliffen, zu glatt, oder besser: zu routiniert.
Robert Carl Blank wird mit Pete Yorn und Ryan Adams verglichen. Woher diese Vergleiche kommen, kann man auf dem vorliegenden Album überdeutlich hören. Yorn und Adams sind schließlich vor allem routiniert. Und deshalb meistens auch ein wenig langweilig. Aber sind nicht auch Paul Austers Romane ein wenig langweilig? (gw)
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Robert Carl Blank: Last Time I Saw Dave (Analoghaus) |
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