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The Doors: When You’re Strange

The Doors: When You’re Strange

The Doors waren eine der größten Bands des 20. Jahrhunderts, ihr Frontmann, der melancholische Poet Jim Morrison, eine Ikone. Sein früher Tod im Jahr 1971 beendete die Bandgeschichte. Nach 2009 versuchten die verbliebenen Bandmitglieder Ray Manzarek, Robby Krieger und John Densmore ein maues Revival mit Ian Astbury am Mikro. Nach dem Biopic „The Doors“ (Regie: Oliver Stone) von 1991 mit Val Kilmer als Morrison, bringt Tom DiCillo nun eine Doku über die Geschichte der Band ins Kino, die gänzlich auf Schauspieler verzichtet und stattdessen komplett auf Archivmaterial setzt. Als Off-Stimme konnte er Johnny Depp gewinnen.

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„Wenn meine Dichtung auf irgendetwas abzielt, dann darauf, die Menschen aus den Zwängen zu befreien, innerhalb derer sie sich sehen und fühlen“ – diese Aussage Jim Morrisons steht für alles, was The Doors je in ihrer musikalischen Laufbahn erschaffen haben. Die vier Musiker gründeten ihre Band im Jahr 1965 im kalifornischen Venice Beach. Was folgte war ein rasanter Aufstieg in den Olymp der Musikgeschichte. Über allem stand Jim Morrisons Persönlichkeit – zerrissen, manisch, verletzlich, unangepasst. Morrison gehörte zu jener Garde großer Künstler, die sich der den Strukturen der menschlichen Gesellschaft widersetzen und an ihren eigenen Widersprüchen scheitern. Morrison war ein früh vollendetes Genie. Er starb im Alter von 27 Jahren an Herzversagen. In einer Badewanne. In Paris.

„When you’re strange“ – der Filmtitel stammt aus einem Song der Doors, einem Song, der vielleicht – neben „Riders On The Storm“ und „The End“ – einer der bezeichnendsten ist, in dem Morrison davon erzählt, wie seltsam er die Menschen findet, und wie deplaziert sich selbst in dieser Welt. Morrison war die treibende Kraft hinter The Doors. Sogar der Bandname stammt von ihm. Er ist inspiriert von William Blake, der über die „Türen der Wahrnehmung“ schrieb. Aber Morrison war nicht nur Musiker und Lyriker, sondern auch Filmemacher. 1969 drehte er mit „HWY“ ein psychedelisches, autobiographisches Experimentalstück, aus dem sich DiCillo bedient, ebenso wie aus Konzertmitschnitten, Fernseh- und Privataufnahmen des „Lizard King“ und seiner Band.

Die Stärke des Films liegt in seiner Lakonik, seiner Nüchternheit. Morrison ist ein Mythos, eine Legende, ebenso die Doors. DiCillo muss das nicht betonen oder hervorheben. Er spekuliert nicht, und schneidet auch nicht suggestiv. Auch Johnny Depp kommentiert ruhig und aus der nötigen Distanz heraus.

„When You’re Strange“ ist ein Dokumentarfilm im eigentlichen Sinne – er dokumentiert die Geschichte einer der größten Bands des vergangenen Jahrhunderts, von ihrer Gründung bis zum frühen Tod ihres Vordenkers Morrison. Morrisons Zeit – die 60er – ist vorbei. Die Botschaft, die er mit seinem ganzen Leben vermittelte, steht bis heute und hat nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt. (gw)


When You're Strange - Eine Doku über The Doors
When You're Strange - Eine Doku über The Doors

Datum: 04.07.2010

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