E-Postbrief: Freibrief für Adresshandel
E-Postbrief: Freibrief für AdresshandelIn einer großangelegten, aufwändigen und zweifelsohne teuren Werbekampagne bewirbt die Deutsche Post zur Zeit ihren neuen Briefservice im Internet. Laut Werbung soll dieser Dienst nicht nur verlässlich und sicher sein, sondern auch „das Briefgeheimnis im Internet“ einführen. Mitnichten, wie nun mehrere Blogs und Internetdienste berichten… Anzeige Der E-Brief wird als Alternative zu physischer Post und Freemail angepriesen. Briefe können (zu den normalen Postpreisen) online versendet und wahlweise online oder in physischer Form zugestellt werden. Zudem sei diese Versandform rechtssicher, eigne sich daher auch für empfindliches Material. Vom schönen Werbeschein scheint so gut wie nichts zu stimmen, das verrät ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Wer diese akzeptiert, erlaubt der Post ganz offiziell mit der eigenen sowie mit den im Adressbuch eingetragenen Adressen zu handeln – ein Geschäft, das jegliche Datenschutzgrundsätze ignoriert und weitaus einträglicher sein dürfte, als der simple Briefversand. Hinzu kommt, dass die vielgepriesene Rechtssicherheit erlischt, sobald man mal einen Tag lang sein digitales Postfach nicht kontrolliert. Aber es kommt noch besser: Selbst wenn man die Daten im eigenen Postfach löscht, werden diese ohne zeitliche Begrenzung weiterhin auf den Servern der Post gespeichert – und bei Bedarf auch ohne richterliche Anordnung verschiedenen Behörden zur Verfügung gestellt. „Wir schaffen das Briefgeheimnis nun komplett ab“, wäre wohl der passendere Slogan gewesen. Es ist also zu raten, bei wichtigem Material weiterhin das gute alte Einschreiben oder Fax zu nutzen – und im Netz sind die Freemailer vollkommen ausreichend. (gw) |
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