A Time For Dancing
Peter Gilberts Jugenddrama „A Time For Dancing“, das im Jahr 2001 in den USA Premiere feierte, erscheint nun als Neuauflage auf DVD. Im Grunde bietet die Story alles für gute Unterhaltung, unter Umständen hätte sogar ein wirklich tiefgründiger Film daraus werden können…
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„A Time For Dancing“ soll in der Tradition der großen Tanzfilme stehen. Man denkt an „Dirty Dancing“, „Footloose“ und Konsorten. Zumindest von der Zielgruppe her (mutmaßlich pubertierende Mädchen) könnte das passen. Die Protagonistinnen sind die Schülerinnen Sam (Shiri Appleby) und Jules (Larisa Oleynik), die seit Kindertagen befreundet sind und deren gemeinsame Leidenschaft das Tanzen ist. Zusammen besuchen sie den Unterricht bei einer engagierten Lehrerin, die sie auf die Aufnahmeprüfung für die renommierte Julliard-School in New York vorbereitet.
Während Sam ein lebensfroher Teenager ist, der nicht alles immer so bierernst nimmt, ist Jules ziemlich strikt in ihren Vorstellungen und treibt so zielsicher und egoistisch ihre Tanzkarriere voran, dass sie sogar ihrem Freund den Laufpass gibt, als der um ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit buhlt. Sam liegt im Dauerzwist mit ihrer geschiedenen Mutter, Jules lebt in einer reichen und unerträglich glücklichen Familie. So weit, so Klischee.
Als Jules an Krebs erkrankt und sich einer Chemotherapie unterziehen muss, ändert sich alles. Sie muss das Tanzen weitgehend aufgeben und beginnt, sich selbst, ihre Einstellungen und das Leben insgesamt zu hinterfragen.
In diesem Moment ist man als Zuschauer gewillt, aufzuhorchen, denn Jules’ Erkrankung scheint eine unerwartete Wende zu sein, die der Geschichte den nötigen Tiefgang geben kann. Doch weit gefehlt. Die Figuren bleiben Abziehbilder ihrer Selbst, der Film wird von Minute zu Minute vorhersehbarer, und anstatt die Dramatik der Situation über das Spiel der Darsteller zu transportieren, reiht Gilbert einen pathetisch-steifen Dialog an den anderen und versucht mit aller Gewalt, auf die Tränendrüse zu drücken. Damit erreicht er das genaue Gegenteil. Man fühlt nicht mit, sondern ist verärgert. Auch die Tanzszenen werden gründlich versemmelt. Während die höchst konservative Inszenierung dem Lauf der Story angemessen ist, ist es unmöglich, die ständig behauptete Energie des Tanzens mit einer Kameraarbeit zu vermitteln, die fast ausschließlich auf Standbilder setzt, und dabei nicht einmal versucht, ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Dynamik kommt nicht auf, und der Rhythmus wird durch zahlreiche Anschlussfehler gestört. Als Schlusspunkt auf einen leider gänzlich misslungenen Film kommt eine lieblose und wenig professionelle deutsche Synchronisierung.
Der englische Originalton ist zum Glück enthalten. Bonusmaterial dagegen nicht. (gw)
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A Time For Dancing (More Entertainment) |
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