Verrückt nach Steve

Verrückt nach Steve

Bevor sie sich den verdienten Oscar abholte, kam Sandra Bullock im Frühjahr 2010 persönlich vorbei, um auch ihre Goldene Himbeere in Empfang zu nehmen, und sie tat das ziemlich selbstbewusst. Diese Auszeichnung für unterirdische Leistungen erhielt sie für ihre Darbietung in der Hollywood-Komödie „Verrückt nach Steve, die am 17. September auf DVD erscheint.

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Und? Ist sie verdient, diese Goldene Himbeere? Man darf sagen: Nein! Der Regisseur und der Drehbuchautor haben sie zu Recht bekommen, aber Bullock spielt ihre Rolle in diesem dummdämlichen Klamauk durchaus überzeugend.

Was Regisseur Phil Traill sich dabei gedacht hat, als er den Vertrag für diesen Streifen unterzeichnete, weiß vermutlich nur er selbst. Vielleicht hat ihm die Bank vorgerechnet, dass so was sich verkauft, und dass so was auch in wirtschaftlich nicht so tollen Zeiten noch Zinsen bringt. Whatever. Seiner Karriere dürfte es nicht so gut getan haben. Mit einem US-Einspielergebnis von gerade mal 33 Millionen Dollar war der Film ein Flop.

Sandra Bullock spielt Mary Horowitz. Mary Horowitz macht die Kreuzworträtsel für die Lokalzeitung. Auch in ihrer Freizeit. Eigentlich rund um die Uhr. Sie liebt Kreuzworträtsel, nur verdient sie damit nicht wirklich was, daher lebt sie noch bei ihrer Mutter, die verzweifelt versucht, ihre Tochter zu verkuppeln. Aber die vergrault jeden potentiellen Lover, indem sie ihn mit unnützem Kreuzworträtselwissen bombardiert. Vermutlich soll das witzig sein, aber auch dem Zuschauer geht sie damit schon nach wenigen Minuten mächtig auf den Keks. Im Grunde wünscht man sich zwei Stunden lang, dieser Mary möge doch endlich irgendein Unfall passieren, aber leider – sie beherrscht den ganzen Film.

Nach einem weiteren von ihren Eltern organisierten Blind Date verliebt sie sich unsterblich in Steve (Bradley Cooper), der als Kameramann für einen Boulevardsender arbeitet, und der von Mary ebenso begeistert ist wie der gequälte Rezipient. Steve flieht, und Mary reist ihm hinterher. Jetzt wünscht man sich erst recht, sie möge von einem Laster überrollt werden, denn Steve und sein Kumpel Hartman Hughes (Thomas Haden Church) bieten allerlei zumindest im Ansatz interessanten Stoff, mit dem das amerikanische Pendant zum deutschen Unterschichten-TV a la RTL und Sat1 auf die Schippe genommen wird. Wäre da nicht Kreuzworträtsel-Mary, der Film könnte sogar eine nette Realsatire sein. Ist er aber nicht. Selbst dem härtesten Komödienfan dürfte bei „Verrückt nach Steve“ das Lachen vergehen. (gw)


Verrückt nach Steve (FOX)
Verrückt nach Steve (FOX)

Sandra Bullock in "Verrückt nach Steve" (FOX)
Sandra Bullock in "Verrückt nach Steve" (FOX)

Datum: 29.07.2010

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Artikel ID 90000304

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