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Männer im Wasser

Männer im Wasser

„Männer im Wasser“ war in Schweden ein voller Kinoerfolg – nun startet er auch in Deutschland. Måns Herngrens Film erzählt eine Geschichte, die im ganz normalen Alltag beginnt, in absurden Irrsinn abdriftet, und sich dann zu einem amüsanten Familienfilm entwickelt, der leider zu vorhersehbar ist.

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Der Mittvierziger Frederik lebt ein Durchschnittsleben und plagt sich mit den Problemen, mit denen man sich in diesem Alter halt so plagt, wenn man gerade seinen Job gekündigt hat, die Exfrau die Stadt verlässt und die Tochter bei einem ablädt. Als dann noch eine Frauen- und eine Behindertengruppe in der Sporthalle, in der er mit seinen Kumpels Hockey spielt, den Vorzug bekommt, wird ihm endgültig klar, dass er mittendrin ist in seiner Midlife Crisis.

Als einer aus der Clique seinen Junggesellenabschied feiert begibt sich die Truppe in roten Badeanzügen ins Schwimmbad und hält die Albernheiten auf Video fest, um sie bei der Hochzeit zu zeigen. Dort verspricht ihnen eine ältere Dame zehntausend Euro, wenn sie das Ganze auf einer Privatparty wiederholen – unter den skeptischen Blicken seiner Freunde willigt Frederik ein. „Von dem Geld können wir uns jede Halle zum Hockeyspielen leisten“, ist sein überzeugendes Argument. Doch es kommt anders. Der bunt zusammen gewürfelte Haufen – eine Konstellation von Charakteren, die man auch in der Realität allenthalben antrifft – entscheidet sich, einen Synchronaschwimmverein zu gründen und will sogar an der Weltmeisterschaft in Berlin teilnehmen.

Das ist der erste Bruch in dem bis dahin zwar routiniert inszenierten aber furchtbar trägen Film, der oberflächlich Themen wie Midlife-Crisis, Ehezoff, Beziehungsleid und Vater-Tochter-Streit gestreift hat. Das Problem ist, dass dieser Bruch erstmal unglaubwürdig ist. Es passt einfach nicht, dass all diese ganz normalen Typen plötzlich dieser völlig abgedrehten Idee zustimmen, ohne sonderlichen Widerspruch zu leisten. Man hat an dieser Stelle zwei Möglichkeiten: Das Kino verlassen oder sich darauf einlassen.

Wer sich darauf einlässt erlebt einen Film, der aufgrund der Thematik und der Idee stellenweise originell und witzig ist (wenn auch nicht witzig im Sinne von Lachsalven-witzig; eine Tragikomödie ist „Männer im Wasser“ aber auch nicht, denn dafür ist die Tragik zu klischeebehaftet). Beispielsweise wenn der Exjournalist Frederik eine Kollegin erfolgreich dazu anstachelt, zu lancieren, dass männliche Synchronschwimmer von Frauen diskriminiert werden, oder wenn ausgerechnet das einzige schwarze Mitglied der Clique sich als vorurteilsbehaftet outet, weil Männer in einer weiblichen Sportart nun mal Homosexuelle anziehen. Die netten Ansätze werden aber durch ein Drehbuch von der Stange, das einem allzu bekannten Hollywoodmuster folgt, zunichte gemacht. Natürlich drehen sich die Verhältnisse um, und aus der zerrütteten Vater-Tochter-Beziehung wird eine Ein-Herz-und-eine-Seele-Beziehung; natürlich wird der männliche Synchronschwimmverein plötzlich überall anerkannt und bejubelt; und natürlich wächst die anfängliche Losertruppe über sich hinaus und nimmt am Wettkampf in Berlin teil.

Das macht den ganzen Streifen vorhersehbar und allein dadurch ziemlich langweilig, und die originellen Einfälle laufen sich auch recht schnell tot. Unter dem Strich bleiben 98 Minuten teils amüsante und leicht verdauliche Durchschnittsunterhaltung für einen verregneten Nachmittag. (gw)


Männer im Wasser (Pandora)
Männer im Wasser (Pandora)

Datum: 05.08.2010

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Diskussion: "Männer im Wasser"

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