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Adam (DVD)

Adam (DVD)

Der hochbegabte Elektroingenieur Adam (Hugh Dancy) leidet am Asperger Syndrom, einer leichten Form des Autismus. Seine neue Nachbarin Beth (Rose Byrne) verliebt sich in ihn, und es entspinnt sich eine rührselige und wenig originelle Liebesgeschichte. Wo der Bollywood-Streifen „My Name Is Khan“, der ebenfalls Asperger zum Thema hat, wenigstens noch mit Witz und einem gewissen Charme punktet, verliert sich „Adam“ in seichtem Pathos.

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Asperger-Patienten haben ein Problem: Sie sind nicht sonderlich gut im zwischenmenschlichen Umgang, weil ihnen zu vielen Alltäglichkeiten der Zugang fehlt. So müssen Sie mühsam erlernen, die Gefühle eines anderen Menschen deuten zu können, und auch wen ihnen das gelingt, bleibt ihnen nur das rationale Wahrnehmen, Empathie ist ihnen aufgrund ihres neuronalen Andersseins weitestgehend verwehrt. Hinzu kommt, dass sie dazu tendieren, alles wörtlich zu nehmen, womit ihnen Ironie und Dinge wie Smalltalk verschlossen bleiben. Max Mayers Film hat diesbezüglich seine amüsanten wie interessanten Momente, etwa als es Beth gelingt, Adam zu einer Feier von Freunden mitzunehmen. Das gefällt Adam erstmal gar nicht. Er bleibt lieber in seiner Wohnung. Dort kennt er sich aus und fühlt sich sicher – und ist nicht den Fallstricken der Kommunikation ausgesetzt. Als eine junge Mutter von ihrem Baby schwärmt und vorschlägt, Kindervideos anzusehen, sagt Adam trocken das, was jeder andere höflichkeitshalber nur denkt: „Nein, danke.“

Überhaupt spricht er gerne über sein Faible – die Astronomie – und verliert sich in technischen Details, die seine Umwelt nicht versteht. Er fällt als Sonderling auf, und seine Frustrationstoleranz ist niedrig. Dementsprechend schwierig ist die Annäherung zwischen Beth und ihm, noch komplizierter wird es, als Beths Vater ins Spiel kommt – ein offener Lebemann.

An sich ist das Stoff für einen guten Film, zumal Asperger keine populäre Krankheit ist – sofern dieser Begriff überhaupt angebracht ist, denn die Betroffenen leben an sich ganz gut mit ihrem Anderssein, das einzige, was ihnen wesentliche Schwierigkeiten bereitet, sind gesellschaftliche Konventionen. Problematisch wird es, wenn Mayer aufhört, seine Hauptfigur ernstzunehmen und sie als liebenswerten Trottel hinstellt – etwa wenn er im Raumanzug die Fenster seiner angebeteten putzt. Das dient zwar der Belustigung des Publikums, aber nicht der Sache.

Sieht man vom ernsten Thema ab, geriert sich der Schinken als ein recht massentauglicher seichter Film, der stellenweise furchtbar vorhersehbar ist, mitunter zwanghaft auf die Tränendrüse drückt (zu allem Überfluss noch mit Hilfe von pathetischen Soundtrack-Gedudel) und leider keine einzige Überraschung bietet. Darüber täuscht auch die solide Inszenierung nicht hinweg. Es regiert sanfter Kitsch.

Das Bonusmaterial der DVD ist leider ebenso dünn wie der Film selbst. Neben dem obligatorischen Regiekommentar gibt es ein alternatives Ende (das besser ist als das tatsächliche Filmernde) und ein „Making Of“, das aus Filmszenen und belanglosen Kommentaren der Darsteller besteht.

„Adam“ erschein in der Reihe Cine Project (www.fox.de/cineproject) von FOX Home Entertainment, die recht wirr zusammengewürfelt erscheint. Neben hochkarätigen Klassikern (Wall Street, Der Rosenkrieg) finden sich viele banale Streifen aus jüngerer Zeit, aber auch ein paar Independent-Perlen. Ein Blick lohnt sich also, man sollte aber nicht zuviel erwarten. (gw)


Adam - FOX Cine Project (FOX Home Entertainment)
Adam - FOX Cine Project (FOX Home Entertainment)

Asperger-Patient Adam versucht die langsame Annäherung an seine neue Nachbarin Beth (FOX Home Entertainment)
Asperger-Patient Adam versucht die langsame Annäherung an seine neue Nachbarin Beth (FOX Home Entertainment)

Datum: 19.08.2010

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