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ZDF.reportage: Verdammte Technik!Die Beziehungskrise zwischen dem Menschen und seinen Maschinen darzustellen – das war ein Anliegen des Filmemachers Steffen Schneider. Für seinen 30-minütigen Film "Verdammte Technik! - Haushaltsgeräte im Idiotentest" begab sich Steffen Schneider zusammen mit seinem Kamerateam in das Testlabor der Firma "SirValUse", die Videorecorder, das Handy, die Mikrowelle und andere Technik auf ihre Benutzerfreundlichkeit testet. Anzeige Zehn Tage lang beobachteten die Fernsehjournalisten Testpersonen vom Schlage Otto Normalverbraucher dabei, wie sie die Tücken verschiedener Geräte des täglichen Bedarfs meisterten. Scheinbar keine aufregende Sache, wäre da nicht die ständige Bitte der Testleiter an die Testpersonen gewesen, beim Test stets "laut zu denken". Dennoch waren die Dreharbeiten für das Drehteam Sisyphosarbeit, denn nur selten fielen Sätze wie "Gleich schmeiße ich das Handy an die Wand!"
Dabei hätte der Tester eines neuen Mobiltelefons - jung, von Beruf DJ und technikaffin - durchaus Grund zu einer solchen drastischen Äußerung gehabt. Denn selbst nach minutelangem Probieren ließ sich das Handy nicht einschalten, das Display blieb dunkel. Der Akku war falsch eingelegt, ein klarer Hinweis der Testfirma an den Hersteller: Der Akku muss besser beschriftet werden. Mit erstaunlicher Gelassenheit mühte sich eine Reiseverkaufsfrau von Anfang fünfzig verzweifelt mit einer Mikrowelle ab. Verworrenes Deutsch in der Bedienungsanleitung behinderte die Inbetriebnahme. Die Testerin spielte alle Knöpfe und Räder durch. Endlich rotierte der Drehteller, doch warum? Die Testerin konnte es nicht mehr nachvollziehen. Eine Studentin testete zwei Navigationssysteme. Was deren Entwicklungsingenieuren völlig einleuchtend erschien, gefiel der Studentin gar nicht: ein winziges Display, tief im Menü versteckte wichtige Funktionen wie die Korrektur falscher Eingaben oder die Einstellung der Lautstärke. Bis zur Marktreife dürfte noch einiges nachzubessern sein. Sind zu viele Tester gescheitert, gibt „SirValUse“ eine Empfehlung an die betreffenden Produzenten heraus. Allerdings erweist es sich oft als mühsamer und langer Weg, die Hersteller von der Wichtigkeit der Benutzerfreundlichkeit ihrer Produkte zu überzeugen. Immer noch produzieren Firmen Haushaltsgeräte, Telefone, Unterhaltungselektronik, die man nicht benutzen kann. Der Filmemacher Steffen Schneider, der nach eigener Aussage bis heute keinen Videorecorder programmieren kann, nennt als Beispiel seine Mikrowelle. Wie die meisten Haushaltsgeräte „vergisst“ sie nach gezogenem Netzstecker stets die Uhrzeit, und Schneider versucht jedes Mal erneut herauszufinden, wie die Uhr zu stellen sei. Dass es auch anders geht, bewies die Lufthansa. Sie ließ in einem Test ihre Kunden entscheiden, das neue Bordunterhaltungsprogramm per Touchscreen oder per Fernbedienung zu steuern. In der Economy Class machte der Touchscreen das Rennen, in den anderen Klassen blieb es bei der Bedienkonsole. Annekatrin Liebisch |
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