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Elvis on Tour 1972

Die große Tourdoku remastered auf DVD & Blu-Ray

1972 befand sich Elvis Presley auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Robert Abel und Pierre Adidge begleiteten den King Of Rock N’ Roll und dessen Band auf ihrer US-Tour und schufen eine erfolgreiche Kinodokumentation, die nur fünf Jahre vor Presleys Tod einen interessanten und bisweilen beeindruckenden Blick hinter die Kulissen lieferte. Nun erscheint die fast vierzig Jahre alte MGM-Produktion auf DVD und Blu-Ray, erstmals remastered und in 5.1-Sound

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„Ich bin nie über das so genannte Lampenfieber hinweggekommen“, sagte Elvis einmal, „Ich habe das bei jeder Show. Ich bin immer sehr besorgt und denke viel über die Show nach. Ich bin nie richtig zufrieden, und das gilt auch für die Menschen um mich herum, denn ich erinnere sie daran, dass da draußen neue Menschen, ein neues Publikum wartet, das uns noch nie zuvor gesehen hat. Es muss wie das erste Mal sein, wenn wir auftreten.“ Diese Worte sind bezeichnend. „Elvis on Tour“, der einen Golden Globe als bester Dokumentarfilm gewann, zeigt nicht nur die Rampensau Elvis, sondern auch den Mann hinter der Bühnenpersönlichkeit. Man sieht, wie er Sekunden vor dem Auftritt tief durchatmet, in sich geht, ja richtiggehend nervös und angespannt wirkt. Immer wieder fragt ihn ein Crewmitglied, ob alles in Ordnung sei, und er nickt und lächelt. Vielleicht ist das eines der Elemente, die ihn so groß gemacht haben: Dass er auch nach Jahren der Bühnenarbeit an jede neue Show noch immer mit Aufregung, Neugier und eben Lampenfieber heranging.

Ein wenig unsicher, fast schüchtern ist sein Lächeln, als er die Bühne des Hampton Coliseum betritt und in die Gesichter tausender vor Freude aufgelöster, kreischender junger Frauen blickt. Regisseur Robert Abel zeigt Elvis in all seinen Facetten. Vor allem: Er zeigt einen Menschen mit Schwächen, aber auch mit einer schier unglaublichen Energie, Ausstrahlung und Inspirationskraft. Der Zuschauer darf tief eintauchen in die Welt des King: Der Film zeigt ihn im Studio, umgeben von Freunden, Produzenten und Musikern, vertieft in kreativen Dialog und interessante Improvisationen. Die Konzerte werden von der Ankunft der Crew über den Bühnenaufbau, die Proben, die Ankunft des Publikums (und dessen Reaktionen) über die Konzerte selbst bis hin zu Abschluss und Abreise in der Limousine minutiös dokumentiert.

Besonders interessant dabei ist die für die damalige Zeit ungewöhnliche Splitscreen- und Montagetechnik. Immer wieder werden Übergänge mittels rascher Bildfolgen dargestellt und das Bild vor allem während der Shows in zwei bis drei Bildelemente untergliedert in dem Versuch, möglichst das ganze Bühnengeschehen zu erfassen. Verantwortlich hierfür war kein Geringerer als der noch junge Martin Scorsese. Nicht zuletzt deshalb kann man „Elvis on Tour“ auch als ein Stück Kinogeschichte betrachten.

Nicht nur für Cineasten, sondern auch für Fans der Musik dieser Zeit ist der Streifen interessant. Neben seinen obligatorischen Hits gibt Elvis auch weniger bekannte Stücke mit Gospel- und Countryeinschlag zum Besten. Auch die Ausstattung kann sich sehen lassen. Die DVD im Digi-Sleeve wird ergänzt durch ein informatives und schön gestaltetes Booklet, das 36 Seiten umfasst. Eingefleischte Fans dürften den Film längst kennen, aber auch für sie ist die vorliegende Neufassung wegen der deutlich verbesserten Bild- und Klangqualität empfehlenswert. „Funny how time slips away“, denkt man dabei. (gw)


Elvis on Tour 1972 erscheint remastered auf DVD und Blu-Ray - die Bildmontagen übernahm der junge Martin Scorsese
Elvis on Tour 1972 erscheint remastered auf DVD und Blu-Ray - die Bildmontagen übernahm der junge Martin Scorsese

Datum: 07.09.2010

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