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Dead Survivors

Interessante Independent-Zombie-Klamotte

Nachwuchsfilmemacher David Brückner ist ein ausgemachter Slasher-Fan – das beweist er in seinem aktuellen Streifen „Dead Survivors“, den er mit kleinem Budget und einer Truppe Laiendarsteller drehte. Obwohl das Ergebnis zwiespältig ist, ist ein Film entstanden, dem man die pure Freude am Inszenieren ansieht – und der ein ausbaufähiges Talent erkennen lässt.

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Ein Mann ist sitzt in seinem Auto, schaut sich panisch um. Plötzlich stürmen Soldaten in voller Montur ins Bild. Ein Schießbefehl ertönt. Schnitt. Zombies torkeln durch die Szenerie, werden von den Kugeln niedergemäht, attackieren das Auto, nehmen die Soldaten auseinander. Es könnte die Eröffnungssequenz eines durchaus gut gemachten Zombieslashers sein, wie sie spätestens seit „Resident Evil“ alle paar Wochen wieder Direct-to-DVD in die Videotheken einfallen. Handwerklich verdammt gut gemacht und mit viel Druck dahinter reißt „Dead Survivors“ den Zuschauer innerhalb der ersten zwei Minuten mit. Nur handelt es sich hierbei nicht um erfolgskalkulierte Massenware, sondern um ein Werk des jungen deutschen Nachwuchsfilmers David Brückner.

Der scheint ein ziemlich großer Fan von „Resident Evil“ zu sein, was erstmal verständlich ist. Das 1995 erschienene Videospiel setzte optisch und inhaltlich neue Maßstäbe, das Genre des Survival Horror war geboren. Brückners Film greift dieses und viele andere Vorbilder auf, und man spürt in jeder Szene, wie er sich daran abarbeitet und ansatzweise einen eigenen Stil entwickelt. Dieser aber blitzt oft zu unsicher auf. Wenn es brenzlig wird greift er doch wieder zu Altbekanntem, rettet sich aber durch das immerwährende Augenzwinkern. Hauptdarsteller Michael Krug (der just zur Filmpremiere mit einem reichlich konstruierten Sexskandal in der BILD vertreten war) strahlt von Anfang an eine derart überzeichnete Coolness aus, dass es eine Freude ist, ihm zuzusehen, wie er auf immer wieder originelle Weise Zombies ins Jenseits befördert. Seine Figur heißt Chris Burnside (analog zu Chris Redfield aus „Resident Evil“) – er zieht durch eine verwüstete Welt, rettet seine kleine Crew in ein altes Herrenhaus in „Raccoon City“ und findet heraus, dass die Untotenplage auf Experimenten des Pharmakonzerns „Triaid“ beruht. Aber nicht nur „Resident Evil“, sondern auch „28 Days Later“, George A. Romeros „Dead“-Reihe und weitere Genreklassiker werden hemmungslos verwurstet.

Während Krugs Charme recht mitreißend ist blockiert der (gewollte?) Dilletantismus der übrigen Laienschauspieler leider das Mitfiebern. Obwohl auch ihnen einige richtig coole (und leider auch einige richtig hölzerne) Dialoge verpasst wurden, staksen sie recht unbeholfen durch die wirklich beeindruckende Kulisse; einzig Julia Köhler als Sarah hat ihre überzeugenden Momente. All die Schwächen werden durch das Drehbuch ausgeglichen. Sicher, die Story ist 08/15 und noch dazu hemmungslos zusammengeklaut, aber die ständigen Twists sorgen dafür, dass „Dead Survivors“ nicht allzu vorhersehbar wird und man, wenn man sich denn darauf einlässt, wirklich mitfiebern kann. Unklar ist, ob der Spagat zwischen herrlich trashiger und unangenehm unfreiwilliger Komik gewollt oder in der noch unausgereiften Technik begründet ist.

Definitiv überzeugend sind aber die penible Kameraarbeit (gedreht auf der Canon Eos 500d und damit absolut auf der Höhe der Zeit), der rasante Schnitt (abgesehen von einigen tranigen Zwischenpassagen) und die Bestimmtheit in der Auswahl der Settings. Mit einem richtigen Budget und erfahreneren Schauspielern könnte Brückner sicher einiges auf die Beine stellen. So ist „Dead Survivors“ ein interessanter Beitrag zum Slasher-Trash-Genre von einem Filmer, den man im Auge behalten sollte. Da ist eine Menge Talent vorhanden. Ob und wann der Streifen auf DVD erscheint ist noch unklar. (gw)


Dead Survivors: Trashiger Genrespaß eines begabten Nachwuchsfilmers.
Dead Survivors: Trashiger Genrespaß eines begabten Nachwuchsfilmers.

Datum: 08.09.2010

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