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DIW: Wirtschaft braucht mehr Zuwanderung

Die Wirtschaft und der Fachkräftemangel

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fordert die jährliche Zuwanderung von 500.000 ausländischen Arbeitskräften nach Deutschland – ansonsten würde der heimische Arbeitsmarkt spätestens ab 2015 zusammenbrechen.

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Diese Meldung platzt mitten hinein in die hitzige Integrationsdebatte rund um den umstrittenen Bundesbankchef Thilo Sarrazin. Das hat Kalkül, denn der Proteststurm der offenbar mehrheitlich von ausländerfeindlichen Ressentiments befallenen deutschen Bevölkerung ist programmiert. Was steckt dahinter?

Das DIW ist keineswegs ein unabhängiges Forschungsinstitut. Die arbeitgebernahe Einrichtung ist vielmehr ein PR-Sprachrohr der Arbeitgeberverbände. Die Zukunftsprognosen dieses ominösen Instituts stimmten bislang kein einziges Mal, und vermutlich sollen sie das auch nicht. Um die auf das Heute bezogene Aussage geht es. Freilich ist der weitere massive Zuzug von Arbeitskräften zwar möglicherweise eine kulturelle Bereicherung, ökonomisch gesehen aber reichlicher Unsinn. In Deutschland leben zur Zeit rund 7 Millionen Arbeitslose (Empfänger von ALG I, ALG II plus Aufstocker minus Dunkelziffer), denen gerade mal rund 450.000 offene Stellen (die meisten davon im Dumpinglohnsektor) gegenüberstehen. Welches Ziel also verfolgt das DIW mit ihrer Forderung?

Ein massiver Arbeitskräfte Zuzug erhöht die Nachfrage nach Arbeit und verknappt das Arbeitsplatzangebot noch weiter. Der Effekt wäre der, dass die Arbeitgeber die Löhne noch weiter senken könnten, da immer mehr Menschen um des reinen wirtschaftlichen Überlebens willen bereit wären, Niedriglohnstellen anzunehmen. Dabei hat Deutschland im EU-Vergleich schon heute die niedrigste Reallohnzuwachsquote (die Reallöhne sind tatsächlich seit 2000 um knapp 1% gesunken).Die Umsetzung dieser Forderung würde die Schere zwischen Arm und Reich in rasender Geschwindigkeit weiter auseinanderklaffen lassen, während die Unternehmensgewinne (und das ist Zweck der Übung) weiter steigen würden. Ebenfalls steigen würde die einseitige Belastung der Sozialsysteme. (gw)

Datum: 09.09.2010

 

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