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The Social Network

David Fincher versus Facebook

Mark Zuckerberg, der Gründer des Social Networks Facebook, ist der jüngste Selfmademilliardär der Welt. Sein Onlinedienst ist bei Datenschützern umstritten, er selbst führte einen erbitterten Prozess gegen seine einstigen Mitstreiter. Kultregisseur David Fincher (The Game, Se7en) hat sich nun des Themas angenommen. Ist ihm nach dem recht mauen „Benjamin Button“ wieder ein Meisterwerk gelungen?

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Das Thema zumindest ist für einen wie David Fincher zumindest ungewöhnlich. Seine Karriere begann mit einem Fiasko (Alien 3), aber bereits kurz darauf lieferte der Regisseur zwei der definierenden Filme der 90er Jahre: Fight Club und Se7en. Es sind Filme, die längst Kinogeschichte geschrieben haben. Moderne Klassiker. Nun also der Facebook-Film.

Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg), Student an einer Eliteuni, hat aufgrund seiner autistischen Wesenseigenschaften eher wenig Glück bei Frauen. Als seine Freundin ihn verlässt zieht er sich in seine Studentenbude zurück und bastelt für das Uni-Intranet ein System, in dem die männlichen Studenten ihre weiblichen Pendants bewerten können. In Chats tauscht er sich mit anderen wutschnaubend über seine Ex aus. Die Idee hat der IT-Bastler mehr oder weniger von zwei seiner Komillitonen geklaut, die ihn zuvor zu einer Zusammenarbeit hatten überreden wollen. Zuckerberg hatte abgelehnt. In ihm wächst bereits die Idee für das, was später unter dem Namen Facebook ein Welterfolg werden soll. Nur an Geld zur Umsetzung seiner Pläne mangelt es ihm. In der Not wendet er sich an seinen Freund Eduardo Savarin (Justin Timberlake), den Begründer der Tauschbörse Napster, der ihm schließlich die Mittel zur Verfügung stellt.

Der Rest der Geschichte ist bekannt – die Presse hat sie breit genug getreten. Zuckerberg wollte den großen Reibach allein machen, wurde von Savarin und den beiden Mitstudenten verklagt, zahlte eine Abfindung in Millionenhöhe (vermutlich aus der Portokasse) und hat seither seine Ruhe – abgesehen von Politikern aus aller Herren Länder, die ihm für seine Datensammelwut an den Kragen wollen. Die offensichtliche Frage (Warum eigentlich? Ist irgendwer gezwungen, bei Facebook mitzumachen?) stellt der Film nicht. Sie steht ohnehin pausenlos im Raum.

Fincher erzählt die Geschichte basierend auf dem extremst dialoglastigen Drehbuch von Aaron Sorkin ausgehend vom Schadensersatzprozess in Rückblenden. Interessant ist das Thema schon deshalb weil es hochaktuell ist und wahrscheinlich auch noch einige Jahre bleiben wird – und weil Zuckerberg nicht nur medial eine interessante Figur ist. Dass dem realen Zuckerberg dieser filmische Ruhm so gar nicht in den Kram passt, versteht sich von selbst.

Nur einen Haken gibt es: Wären da nicht ellenlange originell und mit großer Detailverliebtheit inszenierte Dialogpassagen (die oft frappierend an „Zodiak“ erinnern), man würde sich fragen, wo eigentlich David Fincher bleibt in diesem Film. Sicher, er trägt seine Handschrift. Aber wo ist der zynische, ja fast schon böse fatalistische Blick auf die Welt, den man aus seinen früheren Werken kennt? Er fehlt fast gänzlich. Am Thema liegt es nicht. Der Stoff hätte es hergegeben. Vielleicht, weil Fincher am Ende doch nicht ganz so hart mit seinem jungen Protagonisten ins Gericht gehen wollte? (gw)


The Social Network: David Finchers Facebook-Film
The Social Network: David Finchers Facebook-Film

Datum: 07.10.2010

Diskussion: "The Social Network"

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