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Piranha 3D

Nasse Splattertour

Alexandre Aja drehte ein feucht-fröhliches Remake von „Piranha“ und beweist dabei Liebe zum blutigen Detail und ein Händchen für Spannung.

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Neben den weißen Haien gibt es eine zweite große Gefahr für den Menschen, als Fischfutter zu enden: Die in der Meute angreifenden Piranhas, die in Filmen bisher nicht ganz so oft thematisiert werden, wie ihr großer Bruder. 1978 drehte Joe Dante („Gremlins“) den bis heute einzigen erwähnenswerten Film, in denen die possierlichen Raubtiere die Hauptrolle spielten. Produziert wurde das Abenteuer damals von Produzenten- und Regie-Legende Roger Corman.

2010 nun wagt sich Alexandre Aja, der das sehr harte Remake zu „The Hills Have Eyes“ und den leider sehr unglaubwürdigen „Mirrors“ drehte, an die bissige Meute. Die Handlung ist dabei nicht sehr originell, aber darauf kommt es bei dieser Art von Filmen ja auch nicht unbedingt an. Ein Angler (wunderbarer Gastauftritt für Richard Dreyfuss in seinem alten „Der Weiße Hai“-Outfit) wirft eine Bierflasche ins Wasser, die ein Beben auf dem Seeboden auslöst, wodurch sich eine Spalte auf dem Boden öffnet, die den Zugang zu einem weiteren unterirdischen See freilegt. Die dort heimischen prähistorischen Piranhas machen sich sofort auf den Weg, um die Welt zu erkunden, und von Richard Dreyfuss bleibt nicht mehr übrig als ein abgenagtes Skelett. Gefunden werden die Überreste von der Polizistin Julie Forester (Elisabeth Shue, „Leaving Las Vegas“) und ihrem Partner Deputy Fallon (Ving Rhames, „Mission Impossible“). Die resolute Julie macht sich auf, um die zahlreichen jungen Leute, die am See feiern, zu warnen. Zuvor bittet sie ihren ältesten Sohn Jake (Steven R. McQueen, „Vampire Diaries“) darum, auf seine jüngeren Geschwister aufzupassen. Jake zieht es aber vor, mit seiner Angebeten auf die Jacht des Pornofilmregisseurs Derrick Jones (Jerry O’Connell, „Joe’s Appartement“, in der Rolle seines Lebens) zu gehen, um an einem abgelegenen Teil des Sees einen entsprechenden Film zu drehen und Tequila zu trinken. Auch seine beiden Geschwister, etwa acht und zehn Jahre alt, fahren lieber mit einem Kanu hinaus, als zu Hause herumzusitzen. Damit stehen die Orte der Handlung fest und das große Gemetzel und natürlich auch die spannende Rettung der Protagonisten können beginnen.

Alexandre Aja spielt mit dem Genre und weiß, worauf es dabei ankommt. Die Mischung aus Sex und Blut ist schließlich ein Muss für jeden Splatterfilm, und selten hat man dabei so viele üppige Brüste, im Film liebevoll „Möpse“ genannt, so viele schöne Menschen und ein so unterhaltsames Spiel mit den Klischees gesehen. Die Piranhas beißen sich durch Silikonbrüste, die dann ohne den zugehörigen Körper durchs Wassers schwimmen, sie knabbern Penisse ab, die aber wegen schlechten Geschmacks wieder ausgespuckt werden, und sie stürzen sich auf knackige Hinterteile, die ahnungslos im aufblasbaren Schwimmring stecken. Der Regisseur lässt sich außerdem allerhand Todesursachen einfallen, um die Zuschauer nicht zu langweilen. Da gibt es zum Beispiel die Blondine, deren Haare sich in der Schraube des Motorboots verfangen oder den Wet-T-Shirt-Moderator (nächster toller Gastauftritt: Eli Roth), der von einem Boot zermalmt wird. Urkomisch auch das Ende des Pornofilmregisseurs, der mit abgenagten Beinen und ohne sein bestes Stück aus dem Wasser gezogen wird und dramatisch vor sich hinvegetiert. Seine letzten Worte: Wet T-Shirt Competition.

Die 3D-Optik verstärkt den Spaß und allein die Kamerafahrten durch das Riff sind ungemein sehenswert. Man sollte sich diesen unterhaltsamen und humorvollen Splatterfilm tatsächlich durch die Polifilter-Brille ansehen, um sowohl die Landschaft unter Wasser, als auch die Special-Effects voll auskosten zu können. (kk)


Piranha 3D - Alexandre Ajas nasser Splatterspaß
Piranha 3D - Alexandre Ajas nasser Splatterspaß

Datum: 20.10.2010

Diskussion: "Piranha 3D"

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