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David Rock Feinstein: Bitten By The Beast

Ronnie James Dios letzte Aufnahme

Die Aufmerksamkeit, die dieses Album zweifellos auf sich ziehen wird, verdankt David Feinstein wesentlich seinem Cousin und einer der größten Stimme des Heavy Metal. Als der im Frühjahr verstorbene Ronnie James Dio Feinsteins Song „Metal Will Never Die“ aufnahm, hat wohl niemand damit gerechnet, dass dies sein vermutlich letzter Studio-Output werden würde. Feinstein hätte keine bessere Wahl treffen können.

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Dios stimmlicher Klasse ist zu verdanken, dass der nicht nur textlich klischeebeladene Song deutlich über Mittelmaß hinausragt. Der Titel hat jetzt natürlich eine Bedeutung erfahren, die der Song andernfalls kaum erhalten hätte. Darüber tritt ein anderes Faktum in den Hintergrund, das in der Metal-Szene nicht mit weniger Interesse aufgenommen werden dürfte. „Metal Will Never Die“ ist zugleich die Reunion des legendären New Yorker Power-Trios The Rods. An Bass und Drums sind Gary Bordonaro respektive Carl Canedy zu hören. Leider treten auf den übrigen Songs weder die beiden noch Feinsteins Band vom letzten Album (nur Drummer Nate Horton ist wieder dabei) in Erscheinung.

Gelang Feinstein vor sieben Jahren mit „Third Wish“ eines der überragenden Metal-Alben des Jahres, so bleibt sein neues Werk allenfalls gutes Mittelmaß. Die neuen Songs erreichen durchweg nicht die Klasse des starken Vorgängers. Die Gründe sind wohl einerseits in der teilweise etwas lauen Produktion zu suchen und insbesondere in Feinsteins limitierten Fähigkeiten als Sänger. Statt sich abermals die Dienste eines versierten Frontmanns wie John West zu sichern, hat Feinstein diesmal neben Gitarre, Bass und Produktion auch den Gesang selbst übernommen. Keine gute Idee. Ein anderes stimmliches Kaliber, wie West oder eben Dio, hätte so manche Schwäche möglicherweise nicht so deutlich zutage treten lassen.

„BBTB“ ist ein traditionelles Heavy Rock-Album, das alle Trademarks des Genres aufweist und die Klientel keinesfalls schlecht bedient. Ein klassisch-rasanter Opener eröffnet viel versprechend die Sammlung von neun nicht gerade homogenen Titeln. Feinstein pendelt zwischen Hard Rock und Metal. Macht er bei den folgenden Songs Anleihen bei Judas Priest (es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, was ein Robert Halford gesanglich daraus hätte machen können), erlaubt er sich mit „Rocks Boogie einen Abstecher in Heavy-Boogie-Gefilde und schließt mit dem Elf-Song „Gambler“. Die Neueinspielung des gemeinsam mit Dio geschriebenen Stücks von 1972 beschließt das Album und ist sicher als weitere Verbeugung vor dem verlorenen Cousin, Freund und herausragenden Musiker zu verstehen. Zugleich festigt sich dadurch leider der Eindruck eines Schnellschusses. Feinstein muss sich an seinen eigenen Leistungen messen lassen. Da er bewiesen hat, dass er es besser kann, darf man spekulieren, ob dieses Ronnie James Dio gewidmete Album nicht möglicherweise viel früher (in der Vorweihnachtszeit!) als ursprünglich geplant auf die Ohren bereitwilliger Käufer losgelassen wird. „BBTB“ klingt unfertig. Da wäre mehr drin gewesen.

Amir Shaheen


David Rock Feinstein: Bitten By The Beast
David Rock Feinstein: Bitten By The Beast

Datum: 29.11.2010

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