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Regisseur soll sechs Jahre ins GefängnisWie die Nachrichtenagentur ISNA mitteilte, wurde der iranische Regisseur Jafar Panahi („Offside“; „Der Kreis“) erneut verurteilt. Wegen Propagandatätigkeiten gegen die iranische Regierung soll er für sechs Jahre ins Gefängnis. Zudem soll es ihm zwanzig Jahre lang verboten sein, als Filmemacher zu arbeiten und Interviews zu geben. Der 1960 geborene Jafar Panahi gilt als einer der wichtigsten iranischen Filmemacher der Gegenwart. Seine Filme „Der Kreis“ und das WM-Drama „Offside“, die beide in Iran verboten sind, räumten international Preise ab und erhielten euphorische Kritiken. Panahi ist als Unterstützer der iranischen Opposition bekannt und stellte sich nach den Wahlfälschungen im Juni 2009 auf die Seite der Demonstranten. Er war zuletzt am 1. März 2010 verhaftet worden; nachdem er in einen Hungerstreik getreten war und der internationale Protest gegen seine Haft immer lauter wurde, wurde er am 25. Mai unter Auflagen entlassen. Eigentlich hätte Panahi die Internationalen Filmfestspiele in Cannes 2010 als Jurymitglied begleiten sollen. Seine Jurykollegen setzten sich öffentlich für ihn ein. Wie die Nachrichtenagentur der Iranischen Studenten (ISNA) heute berichtete, wurde Panahi nun erneut verurteilt: Er soll für sechs Jahre ins Gefängnis; zudem soll es ihm für die nächsten zwanzig Jahre verboten sein, Drehbücher zu schreiben, Filme zu drehen und mit ausländischen Medien zu sprechen. Auch Auslandsreisen bleiben ihm untersagt. Laut der Internationalen Kampagne für Menschenrechte in Iran (www.iranhumanrights.org) befindet sich Panahi zur Zeit noch auf freiem Fuß. Ein Korrespondent erreichte ihn telefonisch in Teheran. Panahis Anwältin Farideh Gheirat kommentierte demnach, das Urteil sei ihr und ihrem Mandanten am 18. Dezember zugestellt worden. Gemeinsam mit Panahi wurde auch der Regisseur Mohammad Rasoulouf zu ebenfalls sechs Jahren verurteilt. Panahi und er hatten in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Rasouloufs neuer Film befindet sich zur Zeit zur Prüfung beim iranischen Zensurministerium Ershad in Teheran; das Ministerium prüft jegliche Publikation im Land und kann Änderungen anweisen und Verbote aussprechen. (gw) |
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