logo
Werbung;
Cineastentreff Kino Film Netzwelt Kino Film Julian Assange: Autobiographie erscheint in Deutschland

Julian Assange: Autobiographie erscheint in Deutschland

Kölner Verlag sichert sich Rechte an WikiLeaks-Werk

Der Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch hat sich die Lizenzrechte an der Autobiographie von WikiLeaks-Chef Julian Assange gesichert. Das Buch soll im April 2011 in Deutschland erscheinen.

Werbung;

 

Das Buch wird außerdem in Italien, Frankreich, Australien, Spanien, den Niederlanden, Portugal, Norwegen, Schweden, Katalonien, Brasilien und den USA erscheinen. Assange, der kürzlich auf Bewährung aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, lebt derzeit unter strengen Auflagen in Großbritannien. Der Gründer des Enthüllungsportals WikiLeaks htte zuletzt hunderttausende interne Depeschen von US-Botschaften in aller Welt publik gemacht und angekündigt, im Frühjahr 2011 Interna einer US-Großbank an die Öffentlichkeit zu bringen. Die USA fordern seine Auslieferung und sind derzeit damit beschäftigt, einen Anklagegrund zu konstruieren. Assange hatte den Buchvertrag vor allem deshalb unterschrieben, um seine immensen Anwaltskosten und die laufenden Kosten von WikiLeaks decken zu können. Assange will in dem Buch seine Vorstellung von Transparenz und Demokratie darlegen; er ist zweifellos eine der wichtigsten Figuren auf dem Parkett der derzeitigen Weltpolitik und ein Anwärter auf den Friedensnobelpreis 2011.

Mit seinen Enthüllungen hat er zuletzt massive diplomatische Spannungen in aller Welt ausgelöst und konnte zudem politische Macht- und Einflussstrukturen enthüllen, die so zuvor nicht bekannt waren. Er sieht sein Konzept als eine dem Internetzeitalter angemessene Form des Enthüllungsjournalismus und der unumgänglich nötigen Informationsfreiheit; Politiker bezichtigen ihn des Geheimnisverrats. Assange folgt dem weltweit gültigen Hacker-Kodex – es gibt allerdings Stimmen in der Szene, die ihm Egomanie vorwerfen. Es gehe ihm demnach mehr um Ruhm denn um die Sache an sich. Die Unterstützung für Assange ist dennoch ungebrochen. Das lose Hacker-Netzwerk Anonymous hatte zuletzt die Websites von Unternehmen wie Mastercard und PayPal lahmgelegt, nachdem diese dem WikiLeaks-Chef die Nutzung von deren Infrastrukturen und Dienstleistungen verwehrt hatten. WikiLeaks ruft seitdem dazu auf, über alternative Wege zu spenden. (gw)

Datum: 07.01.2011

 
Artikel ID 90000474

 
Werbung;