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The Green Wave

Der iranische Revolutionsversuch

Jafar Panahi und Mohamed Rasouluf wollten einen Film über die Ereignisse in Iran im Sommer 2009 drehen, jenem Sommer, als die Menschen gegen die Wahlfälschungen, die Präsident Mahmud Ahmadinedjad eine zweite Amtszeit bescherten, millionenfach auf die Straße gingen. Panahi und Rasouluf sitzen nun in Teheran im Gefängnis. Ohne Prozess wurden sie zu sechs Jahren Haft und einem zwanzigjährigen Berufsverbot verurteilt. Ali Samadi Ahadi konnte seinen Film zum selben Thema nur deshalb realisieren, weil er in Deutschland lebt: „The Green Wave“ erzählt in eindrucksvoll animierten Bildern die Geschichte eines Protestes, der von der Staatsgewalt erstickt wurde.

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Im Sommer 2009 waren in Iran so viele Menschen auf den Straßen seit den Protesten gegen den Shah im Jahr 1979 nicht mehr. Und alle trugen sie grün, die Symbolfarbe des Islam, und protestierten mit ihr gegen ein repressives Regime, das sich islamisch nennt. Dabei hatte schon Chomeini bei seiner Rückkehr aus dem französischen Exil damals gesagt, es sei Unsinn, wenn jemand behauptete, es gehe hierbei um die Religion: „Es geht um Macht, und sonst nichts.“ Ausgerechnet die kommunistische Tudeh-Partei hatte sich damals frei nach dem Motto „der Feind unseres Feindes ist unser Freund“ dem Despoten an den Hals geworfen.

Nach den Wahlfälschungen brandete eine riesige Protestwelle auf. Vor allem die junge Generation war es, die die Straßen bevölkerte und mehr Freiheit forderte, Tag für Tag „Marg bar diktator“ („Tod dem Diktator!“) skandierte, und die Hoffnung schöpfte, als die Polizei sich in Zurückhaltung übte und sogar Mullahs sich dem Protest anschlossen. Dass das Regime ausländische Journalisten aus dem Land warf um die Weltöffentlichkeit auszuschließen, half nichts: Die Opposition vernetzte sich via Twitter und Facebook und leistete Liveberichterstattung via Youtube. So wurde die Welt Zeuge, wie die Milizen der Revolutionswächter die Menschen niederknüppelten, von den Dächern in die Menge schossen, mit Panzerwagen in friedliche Versammlungen fuhren … die Welt wurde Zeuge, als eine Kugel die junge Studentin Neda Agha-Soltani traf und tötete. Die Welt wurde Zeuge, wie ein Regime, das sich auf die Religion beruft, die friedliche Forderung nach Demokratie und Freiheit in Fetzen reißt. Tausende wurden verhaftet, bei hunderten wurden inzwischen Todesurteile vollstreckt, die ebenso ohne Prozess erlassen wurden wie das Urteil gegen Panahi und Rasouluf, für die auf der Berlinale unlängst eine Schweigeminute eingelegt wurde.

Ali Samadi Ahadi nahm die Bilder, die damals um die Welt gingen, nahm Facebook- und Twitter-Botschaften, Youtube-Videos, Blogeinträge und E-Mails als Grundlage für seinen animierten Film „The Green Wave“, der die Ereignisse des Sommers 2009 bis ins kleinste Detail durchleuchtet. Er hat in Deutschland den Film gemacht, für den Panahi und Rasouluf in Iran ihr Leben riskierten.

„The Green Wave“ ist ein Film, der genau zur richtigen Zeit in die Kinos kommt, jetzt, da die Ägypter Hosni Mubarak in einer friedlichen Revolution gestürzt haben, jetzt, da die iranische Opposition sich neu formiert und neue Hoffnung schöpft, jetzt ein Film, der ein Fanal für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte ist. (gw)


The Green Wave - in cineastisches Fanal für Freiheit und Demokratie
The Green Wave - in cineastisches Fanal für Freiheit und Demokratie

Datum: 13.02.2011

Diskussion: "The Green Wave"

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Artikel ID 90000514

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