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True Grit: Der Dude im Wilden Westen

Joel und Ethan Coen und John Wayne

War „No Country For Old Men“ der erste Western der Coen-Brüder? Oder ist es “True Grit? Wird “True Grit” einen Oscar bekommen und ist das überhaupt wichtig? Nein, es ist so kreuzegal wie es nur sein kann. Wichtig ist: „True Grit“ ist ein Genuss von der ersten bis zur letzten Sekunde, was nicht nur am typischen trockenen Coen-Humor liegt, sondern auch an Jeff Bridges als Wildwest-Dude Marshall Cogburn, an Matt Damon als Texas Ranger und vor allem an Hailee Steinfeld als empfindsames Rache-Gör.

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„True Grit“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Charles Portis, der 1970 erstmals mit John Wayne verfilmt wurde, der damals den Oscar erhielt. Seinen einzigen. Aber zu Wayne, das machten die Coens auf der Berlinale klar, haben sie eher keinen Bezug, der Roman war wohl viel mehr Vorlage als der erste Film.

Die vierzehnjährige Mattie Ross (Steinfeld) sucht den Mörder ihres Vaters, Tom Chaney (Josh Brolin). Um den Job auszuführen sucht sie sich ausgerechnet den abgewrackten, versoffenen US-Marshall Rooster Cogburn (Bridges) aus, der das Ding am liebsten allein durchziehen würde – ebenso wie Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon), der schon seit geraumer Zeit hinter Chaney wegen eines anderen Mordes her ist. Die zwei dealen untereinander und wollen Mattie nach Hause schicken, doch sie unterschätzen das Mädchen gewaltig. Sie schließt sich ihnen an, und bald schon ist klar, dass sie mehr Schneid hat als die beiden Haudegen zusammen.

Das erste, was an dem Film auffällt, ist die Optik nebst der Ausstattung. Von der ersten Sekunde an perfekte, großartige Bilder, in denen jedes noch so kleine Detail stimmt, jede noch so kleine Nebenrolle mit richtigen Charaktergesichtern besetzt ist, die ihre ganz eigenen Marotten haben, und: Der Film ist dreckig in jeder Hinsicht. Das ist kein glattgeschliffenes Studiopanorama, mit dem in Hollywood so viele Western versaut werden. Im Zentrum des Drecks steht Bridges alias Cogburn alias The Dude im Wilden Westen, der so herrlich schnodderig ist wie eh und je. Zugegeben, Bridges hat in den letzten Jahren den Dude in so ziemlich jeder Variation gespielt, und immer hatte man „The Big Lebowski“ vor Augen, aber diesmal übertrifft er sich selbst. Und auch Matt Damon verlässt auf überraschend überzeugende Art und Weise seine ausgetretenen Rollenpfade als großmäuliger Jäger mit schleppendem Texas-Akzent, Sturmfrisur und Schnurrbart. Und mittendrin die junge Nachwuchsdarstellerin Hailee Steinfeld, die über den gesamten Film hinweg locker mit ihren erfahrenen Kollegen mit- und den Film zusammenhält.

Der Clou des Films ist aber die Kombination eines mitunter sogar recht harten Westerns mit einem ausgereizten, abgedreht-trockenen Humor a la „Burn After Reading“, der immer wieder eine Situationskomik entwickelt, die so schwarz ist wie der Dreck unter den Fingernägeln der Cowboys. Auch wenn es den Coens wohl nicht mehr gelingen wird, den Lebowski-Kult zu wiederholen, gelingt es ihnen doch, jedes Jahr erneut mit einem Film zu punkten, der aus der Masse deutlich heraussticht und zeigt, dass es auch im drögen Einerlei der Traumfabrik möglich ist, richtig gutes Kino zu produzieren, wenn man denn will. CineTreff meint: Unbedingt ansehen! (gw)


True Grit: Die Coens schicken den Dude in den Wilden Westen
True Grit: Die Coens schicken den Dude in den Wilden Westen

Datum: 25.02.2011

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