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Filmtipp: Arschkalt

Herbert Knaup als World’s Greatest Miesepeter

Andre Erkau legt nach: Nach seiner preisgekrönten Callcenter-Klamotte „Selbstgespräche“ schickt er nun Herbert Knaup als miesepetrigsten Miesepeter aller Zeiten in die Tiefkühltruhe, die nichtmal ansatzweise so arschkalt ist wie der Protagonist Rainer Berg…

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Rainer Berg ist im Grunde ein Loser. Die eigene Tiefkühlfirma hat er vor die Wand gesetzt und darf nun nur noch bei der Konkurrenz als Auslieferer arbeiten, auch die Liebe war ihm bislang nicht so wirklich hold, nur seinen Papa im Upperclass-Altenheim hat er lieb. Er motzt und pöbelt sich durch seinen Underperformer-Job, dass es nur eine Freude ist. Ein Kotzbrocken ganz alter Schule: Er raucht in der Nichtraucherzone, ärgert kleine Kinder und Rentner, lässt Kollegen ins offene Messer laufen und beleidigt, wen er nur beleidigen kann, das alles mit einem gnadenlos regungslosen Gesichtsausdruck nach dem Motto: Ich bin wirklich nur von Vollidioten umgeben. Und dann kommt auch noch die neue Chefin mit ihrem grausigen holländischen Akzent und es bricht ein Kampf darum los, wer denn nun unbeliebter ist.

Zugegeben, man muss so etwas mögen, aber wenn man es mag, dann bekommt man recht schnell Lachbauchkrämpfe angesichts Rainer Bergs herrlich hinterhältiger Boshaftigkeit. Und zwar exakt bis zu dem Punkt, an dem der Film, leider leider, ins Schema F kippt. Eine dieser ausgelutschten Hollywood-Regeln: Wenn der Antiheld am Anfang des Films ein einsames Arschloch ist, dann muss er am Ende des Films ein liebenswerter Bekehrter sein. Verdammt, warum eigentlich? Es kommt, wie es kommen muss: Berg entdeckt sein Herz für seinen trotteligen Kollegen, verliebt sich in seine Chefin und entscheidet, seinem Papa das Geschenk seines Lebens zu machen. Dabei bleibt er zwar weiterhin recht schnoddrig, aber die Schlagkraft des Anfangs wird der Massentauglichkeit geopfert.

CineTreff meint: Unbedingt sehenswert, großartig besetzt, aber wer einen wirklich guten Film erlebt haben will, der sollte nach zwei Dritteln der Laufzeit das Kino verlassen. (gw)


Herbert Knaup in Arschkalt: World's Greatest Miesepeter
Herbert Knaup in Arschkalt: World's Greatest Miesepeter

Datum: 22.07.2011

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