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Deadly Secrets (DVD & Blu-Ray)

Von Leichen beichten...

Zugegeben, das DVD-Cover ist grausig und dürfte die völlig falsche Zielgruppe anlocken – denn was auf den ersten Blick wie Okkult-Trash aussieht, ist in Wahrheit ein recht passabler B-Thriller aus den USA, der noch dazu gut in die Zeit passt. Immerhin geht es um die moralischen Verwerfungen innerhalb eines katholischen Internats.

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Ein katholisches US-Internat für die Sprösslinge reicher und Stock-im-Arsch-konservativer Eltern, streng nach Geschlechtern getrennt und freilich frei von allem, was nach Sünde riecht, im Klartext: Frei von allem, was Spaß macht und junge Menschen nachhaltig prägen könnte. Luther Scott (Chris Pine) ficht all das nicht an. Er hasst den Laden wie die Pest, glaubt nicht an Gott, sondern ans Geld und den Spaß, folglich ist er zum Schulbekannten Dealer avanciert. Er versorgt seine Mitschüler mit Alkohol, Drogen, DVDs und Pornoheften, also mit allem, was zu einer ordentlichen Jugend so dazugehört. Von dem Geld führt er seine Freundin (Nikki Winston) aus. Trotzdem ist er ein Einser-Schüler, so dass die Schulleitung trotz seiner meterdicken Akte kaum eine Handhabe gegen ihn hat – bis ihn eines Tages ein Kommilitone bei der Schulleitung anschwärzt und diese kurzen Prozess macht: Luther fliegt am Ende des Schuljahres.

In seiner Wut geht er, als Priester verkleidet, auf den Verräter los, der dabei von einer Brücke stürzt. Wenige Minuten später beichtet er seine Tat bei Pater Kelly (Cameron Daddo). Die Verkleidung und der Zeitpunkt führen dazu, dass die Polizei Kelly ins Visier nimmt, zumal der diensthabende Detective aufgrund seiner schlimmen Kindheit eine ausgeprägte Aversion gegen Geistliche pflegt. Kelly kennt zwar den wahren Täter, darf aber nichts sagen – sonst wird er exkommuniziert. Er ist ans Beichtgeheimnis gebunden.

Die moralische Zwickmühle und der Psychokrieg zwischen Kelly, Luther und der Polizei, der sich nun entspinnt, ist durchaus sehenswert und spannend, wenn auch der ein oder andere Handlungsstrang ein paar Klischees zuviel aufweist. Unterm Strich bietet „Deadly Secrets“ solide Unterhaltung ohne große Überraschungen. Man sollte aber unbedingt dem Originalton den Vorzug geben, denn die deutsche Synchronisation erreicht hier ungeahnte Tiefpunkte wenn Lippensynchronität zum Fremdwort wird oder ein kleiner Junge die Stimme eines Erwachsenen verpasst bekommt. Im Original heißt der Streifen von Regisseur Jonathan Meyers übrigens „Confession“ – warum man diesen sehr passenden Titel durch die albern-reißerischen „Deadly Secrets“ ersetzt hat, wird sich wohl nicht mehr herausfinden lassen. Es ist dem deutschen Verleih aber geraten, der eigenen Marketingabteilung dieses No-Go inklusive des Covers kräftig um die Ohren zu hauen. Allein die Aufmachung dürfte dafür sorgen, dass der Film bald auf den Grabbeltischen landet – und das wäre wirklich schade drum. (gw)


"Deadly Secrets" mit Chris Pine (SAD Home Entertainment)
"Deadly Secrets" mit Chris Pine (SAD Home Entertainment)

Datum: 26.07.2011

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