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Duff McKagan: It’s So Easy (and other Lies)

Die Autobiographie des Ex-GNR-Bassisten

Mit Mitte vierzig veröffentlicht Rock-Veteran Duff McKagan (Guns N‘ Roses, Velvet Revolver, Loaded) seine Autobiographie. Bei den meisten anderen wäre das wohl zu früh für den großen Rückblick, doch bei dem Seattle-Urgestein wirkt es, als habe er schon sieben Leben hinter sich – und noch viele vor sich.

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Bereits als Teenager stand Duff McKagan (nach dem das „Duff“-Bier der „Simpsons“ benannt ist) in Seattle auf der Bühne, mit vierzehn rauchte er den ersten Joint, mit achtzehn zog er die erste Line, mit Anfang zwanzig hatte er die Kult-Punkband Ten Minute Warning gegründet, kurz darauf zog es ihn nach Los Angeles. Er war fest entschlossen, nicht nur Musikkarriere zu machen, sondern etwas gänzlich Neues zu schaffen. Mitte der Achtziger lebte er in einer dreckigen Absteige in Hollywood, zwischen Drogen, Alkohol, Prostituierten und nächtlichen Schießereien auf der Straße. Zu jener Zeit lernte er Izzy Stradlin, Steven Adler, Slash und Axl Rose kennen und gründete mit ihnen Guns N‘ Roses. Es begann eine außerordentliche Karriere. Mit „Appetite For Destruction“ veröffentlichte die Truppe 1987 das bis dato erfolgreichste Debütalbum aller Zeiten. Die letzte wirklich große und einflussreiche Rockband war geboren.

Was in einem Hinterhof begann, wurde binnen weniger Jahre zur Gigantomanie. Ab 1991, dem Erscheinungsjahr des Doppelalbums „Use Your Illusion“ tourte die Band durch die Stadien der Welt, doch schon in dieser Zeit begann der Absturz. Die Truppe zerstritt sich heillos, Gitarrist Stradlin warf bereits zu Tourbeginn das Handtuch, Drummer Adler wurde aufgrund seiner Heroinsucht gefeuert und überlebte mehrere Schlaganfälle, Rose riss die Macht innerhalb der Band an sich, und McKagan selbst verlor sich in Drogen- und Alkoholsucht, bis er schließlich 1994, auf der Höhe des Erfolgs, mit Nierenversagen ins Krankenhaus eingeliefert wurde und wie durch ein Wunder überlebte.

Danach zog er sich zurück, rührte seitdem keinen Tropfen Alkohol mehr an und startete in ein zweites Leben. Er trieb Sport, holte seinen College-Abschluss nach und studierte in seiner Heimatstadt Seattle Wirtschaftswissenschaften, während Axl Rose die Trümmer dessen, was Guns N‘ Roses gewesen war, einsammelte, und mit neuer Besetzung begann, das inzwischen legendäre Album „Chinese Democracy“ aufzunehmen. Der Kontakt zwischen beiden brach ab. Duff McKagan heiratete, bekam Kinder, wurde in Seattle sesshaft. Nach kleineren musikalischen Projekten gründete er seine Band Loaded, mit der er bis heute drei großartige Scheiben („Dark Days“, 2002; „Sick“, 2009; „The Taking“, 2011) aufgenommen hat. Er tourte mit dem Rohrkrepierer Velvet Revolver um die Welt und wäre beinahe wieder im Drogensumpf gelandet – bis sich im Oktober 2010 der Kreis schloss: In einem Londoner Hotel lief er Axl Rose über den Weg und trat noch am selben Abend gemeinsam mit Guns N‘ Roses in der O2-Arena auf.

McKagan ist nach Slash und Steven Adler der dritte aus der GNR-Urbesetzung, der seine Autobiographie veröffentlicht, und es ist zweifellos das beste der drei Bücher. Nicht nur, dass McKagan im Gegensatz zu seinen Kollegen sämtliche Starallüren und Eitelkeiten vermissen lässt, er hat auch von allen den distanziertesten und bodenständigsten Blick auf die Dinge. Ohne persönliche Animositäten erzählt er die Geschichte der Band ebenso wie er einen faszinierenden und erhellenden Einblick gibt in die Rockszene in Los Angeles und die Punkszene in Seattle in den 80er Jahren. Er gibt einen Einblick hinter die Kulissen, taucht tief ein in den nach außen so schillernd wirkenden Sumpf namens Sex, Drugs & Rock N‘ Roll. (gw)


Duff McKagan: It's So Easy (and other lies). The Autobiography (Orion Publishing)
Duff McKagan: It's So Easy (and other lies). The Autobiography (Orion Publishing)

Datum: 22.12.2011

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