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The Best of Ash

Irische Werkschau

Mitte der Neunziger Jahre hatte der Ire Tim Wheeler den richtigen Riecher: Statt sich mit seiner Band Ash nach den gerade gültigen musikalischen Mainstream-Konventionen zu richten (der große Rock war tot, Grunge lag im Sterben, weichgespülter Poprock im Kommen und Techno ganz groß), zog er sein eigenes Ding durch – und blieb dabei. Dass er zu den ersten gehörte, die die Zeichen der Zeit erkannten und dem Web 2.0 Rechnung trugen, dürfte das Trio am Leben erhalten haben, das heute längst im Mainstream angekommen ist, wenn auch auf unkonventionelle Weise. Die Best Of präsentiert eine Werkschau in 19 Songs.

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Ash leben bis heute davon, dass sie nicht nur jung geblieben, sondern tatsächlich jung sind. Mit 16 hat Wheeler die Band gegründet, deren Durchschnittsalter heute bei 34 liegt. Trotz der zwanzigjährigen Band-History noch immer eine junge Truppe. Auf ihre Weise bediente und bedient Ash etwas, was vorher so nicht da war, vielleicht weil sie „echt“ sind ohne all den Rummel und die Arroganz des Britpop und Britrock, und weil ihre Musik, ob man sie nun mag oder nicht, ehrlich ist. Eine kommerziell erfolgreiche Band ohne Kommerz. Das allein ist ein kleines Kunststück.

Der Charterfolg dürfte dieser Mischung zu verdanken sein. Mehrmals Nummer 1, fast mit jedem Album auf Anhieb in den britischen Top 10, das kann sich sehen lassen. Und obwohl sie in den Neunzigern quasi direkt zu Anfang die Höhe des Erfolgs erlebten, erreichten sie die höchste Überzeugungskraft ihres Klangs doch erst mit dem Album „Meltdown“ im Jahr 2004, als Charlotte Heatherley den Sound vervollständigte. Vielleicht war es der weibliche Einfluss, der vorher gefehlt hatte (und kurz darauf leider auch wieder verschwand) – jedenfalls sorgte die Platte für einen Aha-Effekt.

Die nun vorliegende Best Of Ash ist eine Werkschau im eigentlichen Sinne, denn sie versammelt nicht nur die größten Hits, ist keine reine Single-Kompilation, wie so oft, sondern trägt auch den Wünschen der Fans Rechnung, die oft ganz andere Stücke favorisieren als das Massenpublikum bzw. der Casual Listener – und so findet sich auch eine neu eingespielte Version des Klassikers „Jack Names The Planets“. Für Fans ist die Scheibe ein Muss, für Einsteiger eine Einstiegsdroge, für alle anderen zumindest ein interessantes Stück jüngerer Rockgeschichte, das ein Reinhören rechtfertigt. (gw)


The Best Of Ash
The Best Of Ash

Datum: 26.12.2011

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