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I am Nasrine

Flucht aus Iran

Nachwuchsregisseurin Tina Gharavi hat ihr Feature-Debüt „I Am Nasrine“ sowohl in England als auch in Iran gedreht. Im September 2009, als das Regime in Teheran gerade erfolgreich gegen die Proteste der Grünen Bewegung vorging, schmuggelte sie die Festplatten mit den Rohaufnahmen aus dem Land. Der Film soll 2012 in die Kinos kommen.

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Fünf Jahre lang hatte Gharavi zu dem Zeitpunkt bereits an „I Am Nasrine“ gearbeitet, und sie und ihre Crew waren dabei ein hohes Risiko eingegangen. Sie drehten ohne Genehmigung. Als sie aus Iran ausreisen wollte, wurde sie am Flughafen abgefangen, nur Sekunden nachdem ihr Hauptdarsteller Shiraz Haq durch die Kontrollen gelassen wurde. Dass sie das Land ursprünglich bereits 1979 verlassen hatte und ihr Farsi nicht sonderlich gut, war, rettete sie. Die Polizisten gaben die aufgrund der Sprachprobleme schwierige Befragung rasch auf und winkten sie durch. Doch erst als das Flugzeug in Dubai landete, realisierte Gharavi, dass sie es geschafft hatte.

„I Am Nasrine“ erzählt die Geschichte des Mädchens Nasrine (Micsha Sadeghi), die in Konflikt mit den iranischen Sittenwächtern gerät und nach England flüchtet, nach Tyneside, wo viele Exiliraner leben. Zusammen mit ihrem Bruder versucht sie dort, sich ein neues Leben aufzubauen. Der Film gibt einen tiefen Einblick in die Lebensrealität junger Menschen aus Iran, in ihre Gründe, das Land zu verlassen und die Schwierigkeiten, sich im Exil eine neue Existenz aufzubauen. Tina Gharavi ist ein mutiges Werk gelungen, ein Generationenportrait und zugleich die Geschichte des Erwachsenwerdens unter dem Einfluss eines Menschenfeindlichen Regimes.

Gerrit Wustmann


I Am Nasrine - Tina Gharavis Film ist mutig und ambitioniert
I Am Nasrine - Tina Gharavis Film ist mutig und ambitioniert

Datum: 06.01.2012

 

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