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Bereavement (DVD & Blu-Ray)

Psycho-Horror aus der Retorte

Man nehme: einen kleinen Jungen mit Danny-Torrance-Frisur, ein gruseliges Haus in einer gottverlassenen Gegend, einen durchgeknallten Psychokiller und eine junge Schönheit mit großen Brüsten – fertig ist der Slasher-Hit. Richtig? Nein, grottenfalsch. Das beweist Stevan Menas Streifen „Bereavement“, der ursprünglich schon 2011 erscheinen sollte, vorher aber von SPIO/JK noch einmal kräftig gekürzt wurde, was den Streifen selbst für Splatter-Komplettisten überflüssig macht.

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Das Drehbuch, das Regisseur, Produzent und Filmmusiker Steven Mena hier fabriziert hat, ist derart hanebüchen und unausgegoren, dass einem vor Schreck die Haare zu Berge stehen – wenigstens diesen wichtigen Horrorfilmeffekt erzeugt der Streifen. Der kleine Martin (Spencer List) spürt keinen Schmerz. Genau deshalb wird er von dem durchgeknallten Graham Sutter (Brett Rickaby) entführt, der Martin zu seinem Ziehsohn macht. Sutter wohnt in der stillgelegten Schlachterei seines toten Vaters (dessen Leiche auf dem Dachboden vor sich hin gammelt). Er entführt junge Frauen und nimmt sie mit Schlachtermessern auseinander, weil er glaubt, dass er mit dem Töten von Tieren gesündigt hat und diese Sünden nun durch Morde an Menschen wieder gut machen kann.

Im selben Ort lebt John Miller (Michael Biehn – der einzige Lichtblick im ganzen Film) mit seiner Frau und seiner Tochter. Eines Tages zieht seine Nichte Allison (Alexandra Daddario) bei ihm ein, nachdem ihre Eltern ums Leben kamen. Allison entdeckt den kleinen Martin und folgt ihm in die Höhle des Schlachters.

Der Film dümpelt über weite Strecken sehr gemächlich dahin. Menas verzweifelte Versuche, atmosphärische Bilder und Gruseleffekte zu erzeugen, scheitern durchweg. Zu sehr verkrampft er sich auf den Versuch, Tiefgründigkeit ins Spiel zu bringen, indem er mittels abgedroschener Binsenweisheiten untersucht, ob Kinder nun so werden wie ihre Eltern oder nicht. Hinzu kommen schablonenhafte Charaktere, deren Verhalten sich jeglicher Logik und Psychologie widersetzt, und letzteres ist für einen Psycho-Slasher tödlich. Selbst aus einem Darsteller wie Michael Biehn kann Steven Mena rein gar nichts herauskitzeln. Seine Figur bleibt bis zum vorhersehbaren Ableben unglaubwürdig.

Slasher- und Trash-Fans halten derartige Einwände in der Regel nicht ab, selbst bei einem Film wie diesem, der unfreiwillig trashig ist. Doch auch sie dürften letzten Endes enttäuscht abschalten, denn dank SPIO/JK wurde der Film massiv gekürzt. Welcher Logik die Schnitte folgen ist auch hier, wie so oft, nicht ersichtlich, denn im Vergleich zu manch unzensiert erhältlichem Torture-Porn sind die zensierten Szenen fast schon harmlos. Unterm Strich: Ein verzichtbarer Film, erst recht in der vorliegenden Fassung. (gw)


Bereavement - überflüssiger Psycho-Slasher mit Michael Biehn (Universum Film)
Bereavement - überflüssiger Psycho-Slasher mit Michael Biehn (Universum Film)

Datum: 18.01.2012

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