Nun sind sie bekannt: Die Oscar-Nominierungen des Jahres 2012. Bereits jetzt zeichnen sich Favoriten ab, einige Highlights sind mehrfach nominiert – und beim Auslandsoscar hat der iranische Beitrag „Nader und Simin – Eine Trennung“ beste Chancen. Das wäre eine Premiere.
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Der iranische Regisseur Asghar Farhadi könnte zur Zeit allen Grund zur Freude haben. Der Preissegen für seinen Film „Nader und Simin – Eine Trennung“ reißt nicht ab. Nach der Berlinale und zahlreichen weiteren Auszeichnungen erhielt der Streifen erst in der vergangenen Woche den Golden Globe, nun hat er beste Chancen, auch den Oscar für den besten ausländischen Film sowie das beste Drehbuch einzufahren. Für Farhadi ein verdienter Triumph. Doch dem Filmemacher aus Teheran ist bewusst, dass die Schwemme an Ehrungen nicht nur cineastische, sondern auch politische Gründe hat. Das Regime in Iran geht hart gegen Filmemacher vor. Regisseur Jafar Panahi wurde zu 20 Jahren Berufsverbot verurteilt, zahlreiche Schauspieler wurden in den letzten Monaten verhaftet oder flüchteten aus dem Land, das unabhängige House Of Cinema wurde vom Kulturministerium geschlossen, und Schauspielerin Golshifteh Farahani (die in Farhadis Film „About Elly“ mitspielte) erhielt letzte Woche von eben jenem Kulturministerium die Weisung, nicht mehr in ihr Heimatland zurückzukehren – nachdem in französisches Lifestylemagazin Nacktaufnahmen von ihr veröffentlicht hatte. Umso wichtiger ist nun der Oscar – die Academy ist sich bewusst, dass es in ihrer Hand liegt, noch größere Aufmerksamkeit auf die prekäre Lage der iranischen Künstler zu lenken.
Martin Scorceses „Hugo Cabret“ ist in mehreren Kategorien nominiert (Bester Film, Beste Regie). Der Streifen, der sich mit der Geschichte des Films und der Filmbeleuchtung befasst, ist ein ziemlich sichere Kandidat, ebenso wie der hochgelobte „The Descendants“ mit George Clooney und „The Artist“, der zum Überraschungsgewinner werden könnte. Ebenfalls nominiert ist Woody Allens „Midnight In Paris“, der eher in die Kategorie leicht verdaulicher Unterhaltung gehört; Steven Spielberg, der in den letzten Jahren kaum sehenswertes abgeliefert hat, tritt mit „Gefährten“ an. Mit Meryl Streep, Brad Pitt, George Clooney, Glenn Close und Gary Oldman sind zwar Hollywood-Größen für die Beste Hauptrolle nominiert, aber eben auch wieder nur die üblichen Verdächtigen. Eine Auszeichnung von Darstellern wie Demian Bichir, Michelle Williams, Jean Dujardin oder Rooney Mara wäre mutiger, wenn auch die Academy sich hiermit ebensowenig aus den ausgetretenen Pfaden herausbegeben würde. (gw)
Wer erhält den Oscar 2012? Der iranische Regisseur Asghar Farhadi ist ein fast sicherer Kandidat...
Datum: 27.01.2012
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Diskussion: "Oscar-Nominierungen 2012"
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