logo
Werbung;
Cineastentreff Kino Film Netzwelt Kino Film Facebook: Chronik-Zwang für alle

Facebook: Chronik-Zwang für alle

Ab Februar wird das neue Profil verpflichtend

Auf Facebook herrscht mal wieder Aufruhr: Schon seit Dezember testet der Social-Network-Riese sein neues Nutzerprofil „Chronik“ (Timeline). Viele Nutzer, die es ausprobieren wollten, sind verärgert, weil Facebook nur lückenhaft kommuniziert hat, dass ein Wechsel zurück zum alten Profil danach nicht mehr möglich ist. Ab Anfang Februar werden nach und nach sämtliche 750 Millionen Mitgliederprofile auf die Chronik umgestellt.

Werbung;

 

Proteste dagegen blieben vereinzelt, wohl auch, weil viele von der Zwangsumstellung noch immer nichts wissen. Das dürfte Kalkül sein: Immer wieder führt das Unternehmen neue Funktionen ein, ohne die Mitglieder transparent zu informieren, Neues wird automatisch aktiviert, der Nutzer muss aktiv werden und seine Einstellungen korrigieren, wenn er beispielsweise nicht will, dass Facebook mit seinem Namen wirbt oder dass Anwendungen auf sein Profil zugreifen dürfen.

Noch immer hat sich das Geschäftskonzept von Facebook zu wenig herumgesprochen: Personalisierte Werbung und Datenhandel. Dass Facebook selbst an transparenter Kommunikation kein Interesse hat, liegt auf der Hand. Man setzt scheinbar auf die Naivität der Mehrheit der Nutzer. Immer noch wundern sich viele, warum bestimmte Werbeanzeigen eingeblendet werden, wenn sie mit Freunden über ein bestimmtes Thema gechattet oder zuvor bestimmte Websites besucht haben. Zu wenige wissen, dass Facebook das Surfverhalten via Cookie auch dann protokollieren und auswerten kann, wenn man nicht eingeloggt ist.

All das ist im Grunde unproblematisch, solange es nur dazu dient, Werbung zu personalisieren. Dennoch gehen nach wie vor viele Millionen Nutzer zu sorglos mit ihren Daten um, sind sich nicht darüber im Klaren, dass Facebook restlos alles in seinem Einzugsgebiet speichert, und dass ein wirkliches Löschen von möglicherweise kompromittierenden Äußerungen im Nachhinein schwierig ist. Vor allem bei Minderjährigen ist Aufklärung hier enorm wichtig.

Die Chronik ist mehr als nur eine optische Änderung, an die man sich schnell gewöhnt hat. Vor allem sollte man seine Sicherheits- und Privatsphäreeinstellungen nach dem Umstieg überprüfen, auch was unerwünschte Bildmarkierungen und den Zugriff von Anwendungen betrifft. Zudem sollte man darauf achten, dass eingestellte Bilder und Beiträge nur mit den eigenen Kontakten („Freunden“) geteilt werden, denn Vieles ist sicher nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Ein Feature der Chronik ist es, dass Profilbeiträge einfacher durchsucht werden können. Während man bisher für ältere Beiträge ewig scrollen musste, genügt nun ein Klick auf ein bestimmtes Jahr oder einen Monat. Hier ist es sinnvoll, weitere Einschränkungen vorzunehmen, damit nicht jeder „Freund“ alles sehen kann, daher kann man auch für jeden Beitrag oder Zeitraum ein individuelles „Publikum“ festlegen. Bei neuen Beiträgen kann man kategorisieren, zu welchem Lebensbereich er gehört, ob nun privat oder beruflich etc. Auf diese Kategorisierung sollte man ebensosehr verzichten, wie man generell darauf verzichten sollte, wirklich private Informationen auf Facebook zu teilen, denn hierdurch wird die Datenverwaltung auch für Drittnutzer noch einfacher. Detaillierte Infos zur Kontosicherung bietet die Facebookseite von Mimikama.at: Erst denken, dann klicken – die jedem FB-Nutzer empfohlen sein soll. (gw)

Datum: 31.01.2012

 

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Anonymous kündigt Facebook-Hack an
    Die Aktivisten-Gruppe Anonymous holt zum Schlag gegen Facebook aus. In einer Pressemitteilung und einem seit Kurzem im Netz kursierenden Video wird die „Operation Facebook“ für den 5. November 2011 angekündigt.

    Solidarität mit Website-Betreibern in Schleswig-Holstein
    ULD will Website-Betreiber für Facebooks Like-Buttons bestrafen / Online-Kulturmagazin Cineastentreff.de startet Solidaritäts-Aktion auf Facebook / Thilo Weicherts Vorgehen ist „billiger Polit-Aktionismus“

    Google+: Die nächste Internet-Revolution?
    Seit knapp einem Jahr ist auch der kalifornische Suchmaschinengigant mit einem eigenen Social Network vertreten. Bislang kann Google+ mit Marktführer Facebook nicht mithalten und ist mit knapp zweieinhalb ...


 
Werbung;

 



itemid = 169 - errorid = 6031 - id = 9134 - task = view - option = com_content - limitstart= 0