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Mit frischem Wind ins Gleichgewicht

Hartmann veröffentlich „Balance“

Neues Label, neues Management und ein neuer Songschreiber in den eigenen Reihen. Mit ihrem vierten Album „Balance“ blicken die hessischen Melodic Rocker Hartmann sehr entspannt nach vorn. Das englische Magazin „Classic Rock“ vergab dafür 8 von 10 Punkten („very good“) und bescheinigt Namensgeber, Sänger und Produzent Oliver Hartmann, nach dem etwas erdigeren Vorgänger („3“, 2009) zu seiner wahren Stärke zurückgefunden zu haben.

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Balance“ klingt relaxt und homogen. „Die Idee zum Titel hatte unser Gitarrist Mario Reck“, erläutert Oliver Hartmann. „Wir waren uns alle einig, das ist es. Mit diesem Album haben wir unser musikalisches Gleichgewicht gefunden.“ Eine Fotomontage im Booklet zeigt die Musiker auf einem Seil vor Wolkenkratzern, „Dance On The Wire“ reflektiert den Titel akustisch. „Darin geht es um einen Traumtänzer, der längst am Abgrund steht, aber immer noch lebt, als könne ihm nichts passieren.“

Der bodenständige Vollblutmusiker Hartmann tanzt auf vielen Hochzeiten. Nachdem er die von ihm mitbegründeten Power Metaller At Vance 2002 nach vier Alben verlassen hatte, verwirklicht er seine musikalischen Vorstellungen unter eigenem Namen. Das allein reicht nicht, um davon leben zu können. Bei Tobias Sammets Avantasia ebenso beschäftigt wie als Ensemble-Mitglied von „Rock Meets Classic“, absolviert er zudem bis zu 30 Konzerte pro Jahr mit der Pink Floyd-Tribute Band Echoes sowie diverse Studio-Jobs als Sänger und Gitarrist. „Es ist mitunter schon ein Drahtseilakt, alles unter einen Hut zu bringen. Als Musiker ist es heute schwierig, nur ein einziges Projekt zu verfolgen. Natürlich ist Hartmann ein wichtiger Teil meines Lebens. Aber ich bin generell offen für Neues, daher finde ich es okay, wenn es einen Mix aus allen Projekten gibt. Es ist ein bisschen wie beim Kochen, wenn vier, fünf Töpfe gleichzeitig auf dem Herd stehen.“

Wie hat der Songschreiber und Produzent es bei all seinen Verpflichtungen geschafft, ein derart relaxtes Album einzuspielen? „Anfang 2011, gleich nach der Avantasia-Tour, hatte ich begonnen, Songs zu schreiben. Irgendwann habe ich einen Cut gemacht, um mir mehr Zeit zu lassen. So sind weitere Songs entstanden, und wir konnten die besten auswählen. Erstmals hat auch Armin Donderer zwei Stücke beigesteuert, die super passten, und damit frischen Wind reingebracht.“

Eine Entlastung und Bereicherung gleichermaßen, denn insbesondere die vom Bassisten verfasste Ballade „From A Star“ ist eins der hervorstechenden Lieder des Albums. Ein anderes: der Tears For Fears-Hit „Shout“ von 1984. Den hatte Oliver Hartmann schon 1999 mit At Vance gecovert und sich nun erneut vorgeknöpft. „Daran arbeiten wir schon seit 2006. Bislang wollte es nie so richtig hinhauen. Ich dachte immer, das Stück könnte etwas mehr Schmackes vertragen. Jetzt stimmt’s. Man muss sich überlegen, an was man sich ranwagt. Man sollte mindestens das Level des Originals halten, dem Lied aber ein eigenes Gewand geben.“

Auch auf geschäftlicher Ebene hat Oliver Hartmann für Entspannung und neue Energie gesorgt. „Das letzte Album erschien auf unserem eigenen Label. Das war richtig, zog aber beispielsweise sämtliche Vertragsverhandlungen nach sich, was immens Zeit gekostet hat. Ich hatte die komplette Kontrolle, aber viel weniger Raum für Musik.“ Mit neuem Label und Management an seiner Seite sinniert der sympathische Frontmann: „Wünschenswert wären jetzt mal zehn, fünfzehn Dates in Europa oder sogar darüber hinaus.“

Amir Shaheen


Albumcover: Hartmann "Balance" (Germusica)
Albumcover: Hartmann "Balance" (Germusica)

Hartmann (Bild: Germusica)
Hartmann (Bild: Germusica)

Datum: 05.07.2012

 
Artikel ID 90000986

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