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Total Recall

Gelungene Neuadaption einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick

Im Jahr 2084 besteht die Welt nur noch aus zwei bewohnbaren und völlig überbevölkerten Erdteilen. Auf der einen Seite des Erdballs gibt es die „Vereinigte Föderation von Britannien“ und auf der anderen „Die Kolonie“, in der die Arbeiter unter mehr als düsteren Bedingungen leben, und durch eine Reise durch den Erdball ins schicke Britannien reisen, um dort zu malochen. Douglas Quaid ist einer von ihnen. Er schraubt tagein tagaus an Robotern herum, doch plagt ihn insgeheim der Wunsch, etwas Außergewöhnliches zu erleben. Die Sehnsucht führt ihn zu „Rekall“, eine Firma, die dem Kunden aufregende Erinnerungen, sei es der Sex mit schönen Frauen oder einem Dasein als Doppelagent, verspricht. Quaid wählt Letzteres und erlebt eine Überraschung. Die gewünschte Erinnerung scheint der Realität zu entspringen. Kaum hat der Hexenmeister von Rekall „Abbruch“ geschrien, stürmen auch schon auch schon Soldaten die Räumlichkeiten. Quaid muss fliehen und stellt sehr bald fest, dass er nicht der ist, der er zu sein glaubt.

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Kommt einem bekannt vor? Natürlich, allein der Titel lässt das Konterfei des alten Haudegen Arnold Schwarzenegger vor dem inneren Auge auftauchen. Genau das muss man aber in diesem Fall ganz schnell vergessen. „Totall Recall“ sollte man nicht als Remake des charmanten Trash-Films, den Paul Verhoeven vor 22 Jahren drehte, verstehen, sondern vielmehr als neue Version der Kurzgeschichte von Philip K. Dick (16. Dezember 1928 – 2. März 1982), dem großen Science-Fiction-Visionär, dessen Arbeiten die Vorlage zu Filmen wie „Blade Runner“, „Minority Report“, „Der Plan“ oder „Die Körperfresser kommen“, lieferten. Nicht nur, dass in dieser Version nicht der Mars als Schauplatz dient, sondern ein düsterer Kontinent, der an das Szenario aus „Blade Runner“ erinnert, es ist auch Colin Farrell, der dem Film eine völlig andere Note verleiht. Es wäre vielleicht gemein dem hoch verehrten Arnie gegenüber, wenn man an dieser Stelle erwähnt, dass Herr Farrell eben doch ein besserer Schauspieler ist, also beschränken wir uns darauf, freudig zur Kenntnis zu nehmen, dass der Ire nach Debakeln wie „Miami Vice“ oder „SWAT“ endlich mal die Chance bekommt, in einem gelungenen Action-Film sein Können unter Beweis zu stellen.

Nachdem er den schießwütigen Robotern entkommen konnte, findet Quaid heraus, dass seine Ehefrau Lori (Kate Beckinsale, „Underworld“) eigentlich eine Agentin ist, die ihn bewachen soll. Auch sie entpuppt sich als ziemlich brutal, und nach einigen rasanten Jagdszenen findet er in der Rebellin Melina (Jessica Biel, „A-Team“) eine Verbündete. Mit ihrer Hilfe deckt er seine Vergangenheit als Doppelagent auf und versucht, das perfide Spiel von Kanzler Cohaagen zu sabotieren. Der will die „Kolonie“ ganz für sich und sein Volk beanspruchen.

„Total Recall“ ist ein rasanter Actionfilm, der mit vielen raffinierten Ideen, wie zum Beispiel dem „Fall“, der Reise der Arbeiter am Erdkern vorbei, aufwartet und dabei allerbestes Popcorn-Kino bietet. Colin Farrell als Held ist in jeder Szene überzeugend und Kate Beckinsale als schießwütige Furie war nie attraktiver. Einzig Jessica Biel wird ein wenig zu blass in Szene gesetzt und wirkt neben Frau Beckinsale wie der treue VW Kombi neben einem schicken Ferrari. Zufall, dass Regisseur Len Wiseman („Underworld“) Kates Ehemann ist? Egal, der Film ist ein Muss für alle, die auf rasante Science-Fiction-Geschichten mit hochwertigen Special-Effects vor grandioser Kulisse stehen. „Total Recall“ läuft seit dem 23. August in den deutschen Kinos.

Katja Kutsch


Total Recall - diesmal ohne Anrie
Total Recall - diesmal ohne Anrie

Datum: 28.08.2012

 

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