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Diana Krall: Glad Rag Doll

Hochkarätige Nostalgie

Eine Zeitreise? Könnte man zumindest denken, wenn man sieht, wie sich die kanadische Jazzerin Diana Krall auf dem Cover ihres neuen Albums „Glad Rag Doll“ räkelt und dabei wirkt wie eine Zwanzigjährige in den Zwanzigern. Sie habe keine nostalgische Platte machen wollen, sagt die 47jährige selbst, und doch ist genau das bei ihren Covern von großartigen Stücken aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts herausgekommen – auf hohem Niveau und mit einem Musikerensemble, das sich sehen lassen kann, produziert von T Bone Burnett.

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“Wenn ich mir eine Ära aussuchen könnte, in die ich per Zeitmaschine zurückreisen könnte, dann wären das die 1920er Jahre”, sagt Diana Krall. “Und zwar allein wegen der wilden Ausgelassenheit, die damals herrschte. Ich habe Colleens Arbeit in ‘Chicago’ und ‘Edward mit den Scherenhänden’ bewundert. Außerdem arbeitete ich mit ihr zusammen, als ich in ‘Public Enemies’ auftrat, dem Johnny-Depp-Film über John Dillinger, und bei einem Fernseh-Special zu Tony Bennetts 80. Geburtstag. Colleen verstand genau, was ich mit der Wahl meines Kostüms erreichen wollte.”

Gemeint ist Colleen Atwood, die Krall gemeinsam mit Fotograf Mark Seliger für das Albumcover in Szene setzte – Seliger hatte bereits das Coverfoto für die 2004 erschienene Scheibe „The Girl In The Other Room“ geschossen und sich nun vom Stil von „Glad Rag Doll“ mitreißen lassen, der zudem ein neues Kapitel in Diana Kralls Karriere eröffnet. Natürlich ist Retro längst eine Welle im Mainstream, zahllose Musiker fühlen sich in den ltzten Jahren berufen, die glorreichen Zwanziger bis Siebziger wieder aufleben, den klassischen Songs ein neues Gewand angedeihen zu lassen, sich auf gefühlvolle, handgemachte Musik zurückzubesinnen, vielleicht um dem allgegenwärtigen uninspirierten Retortengeschrammel etwas entgegenzusetzen. Manche scheiterten grandios bei dem Versuch, andere holen das Damals so gekonnt ins Heute, als wären die Stücke rst gestern geschrieben worden – zu Letzteren gehört Diana Krall.

Gemeinsam mit einer beeindruckenden Crew spielt sie Stücke wie „Just Like A Butterfly That’s Caught In The Rain“, „Prairie Lullaby“ oder „Wide River To Cross“ neu ein und schließt das Oeuvre folgerichtig mit Al Shermans „When The Curtain Comes Down“. Ihr zur Seite stehen neben Produzent T Bone Burnett namhafte Musiker wie Gitarrist Marc Ribot (Tom Waits, Madeleine Peyroux, The Lounge Lizards, John Zorn, The Black Keys), Keyboarder Keefus Green (Red Hot Chili Peppers, Pearl Jam, Primus, Fishbone, Macy Gray), Bassist Dennis Crouch (Steve Earle, John Mellencamp, Johnny Cash, Alison Krauss, Elton John, Gregg Allman) und Schlagzeuger Jay Bellerose (Curtis Stigers, Bonnie Raitt, Regina Spektor, Joe Henry, Salif Keïta), während Krall selbst ein 120 Jahre altes Steinway-Piano bespielt. (gw)


Diana Krall: Glad Rag Doll
Diana Krall: Glad Rag Doll

Datum: 06.10.2012

 

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