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The Others(tsch) "Keine Hinweise auf den überraschenden Schluss", bat der Verleih zum Kinostart - zu Recht. "The Others" (2001), nun bei SAT.1 als Free-TV-Premiere zu sehen, gehört zu jenen Filmen, bei denen es anders kommt, als man denkt. Trotz dieser Vorwarnung und der in die Geschichte eingestreuten Indizien triumphiert das Multitalent Alejandro Amenábar am Ende über jeden noch so gewitzten Zuschauer. Das brachte ihm sogar den Ruf ein, ein zweiter M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense") zu sein. Nur: Amenábar ist besser. Und "The Others" bietet sich allemal als gruselige Programm-Alternative für all jene an, die im ZDF Dresden nicht noch einmal untergehen sehen wollen. Anzeige Inhaltlich klingt "The Others" nach einem klassischen Poltergeistfilm: Der Zweite Weltkrieg endet, und Grace (Nicole Kidman, die im Oktober mit dem Oliver Hirschbiegel-Film "The Visiting" ins Kino kommt) wartet auf die Rückkehr ihres Ehemanns von der Front. Sie lebt isoliert mit ihren beiden Kindern Anne (Alakina Mann) und Nicholas (James Bentley) auf einer kleinen Kanalinsel in einem viktorianischen Anwesen mit Spukhauspotenzial. Das Gruselambiente steigert sich noch durch die strikte Auflage an die drei Diener, dass die Vorhänge immer ganz zugezogen sein müssen und kein Licht in das Haus dringen darf: Die Kinder leiden unter einer Überempfindlichkeit gegen die Sonnenstrahlen. Zu dem bedauernswerten Dasein der Kleinen im Dunkeln kommt, dass ihre gläubige Mutter sie liebt, aber nach strengen Regeln erzieht. So muss Anne, die renitente Züge zeigt, die ganze Nacht über religiöse Texte rezitieren. Der Konflikt zwischen Tochter und Mutter wächst, als das Mädchen von einem anderen Kind erzählt, das ebenfalls im Haus leben soll. Grace will durch Strafen die Kleine zum Schweigen bringen, doch alles Leugnen hilft nichts: Auch sie hört Schritte und Möbelrücken. Doch so weit, dass sie an Geister glauben würde, ist sie noch lange nicht. Auf blutige Effekte verzichtet Amenábar vollends. Stattdessen setzt er auf etwas Altmodisches: auf Atmosphäre. Spannung und Gänsehaut entstehen bei ihm aus simplen dramatischen Effekten wie dem Wechsel von Hell und Dunkel oder durch die dogmatischen Geschichten von Gut und Böse, Sünde und Bestrafung, die Grace ihren Kindern erzählt und nach denen sie ihr Leben ausrichtet. Und schließlich ist da noch dieses ebenso stimmige wie großartige Ende, das den Zuschauer aus allen Wolken fallen lässt. Ein wahres Multitalent: Der damals 29-jährige Amenábar schrieb bei "The Others" das Drehbuch, führte Regie, komponierte die Musik und erwies sich dabei einmal mehr als Spezialist für Gruselfilme und Mysterythriller. Bereits 1997 arbeitete er mit Penélope Cruz an dem beklemmenden Thriller "Open Your Eyes", der als Remake unter dem harmlosen Titel "Vanilla Sky" Anfang 2002 ins Kino kam. Zuletzt wurde Amenábar für sein Sterbehilfe-Drama "Mar adentro" (2004), bei dem er vom Drehbuch bis zum Schnitt für alles verantwortlich zeichnete, bei den Filmfestspielen von Venedig mehrfach ausgezeichnet. Jasmin Herzog |
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