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Kid Rock: Rebel Soul

If it’s real, you’ll feel it!

Kid Rock ist zwei Jahre nach “Born Free” wieder da, und diesmal dürfen such all jene freuen, denen sich der dem Digitaltrend gegenüber stets skeptische Musiker bisher verweigert hatte: „Rebel Soul“ erscheint auch via iTunes. Es ist die neunte Platte, die Kid Rock mit seiner Twisted Brown Trucker Band eingespielt hat, und obwohl er selbst als Produzent fungiert, blieb Mastermind Rick Rubin doch Berater und Ideengeber, was sich in den vierzehn Tracks deutlich widerspiegelt.

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„If it looks good, you’ll see it. If it sounds good, you’ll hear it. If it’s marketed right, you’ll buy it. But … if it’s real, you’ll feel it.” Diesen markigen Spruch stellt Kid Rock seit Jahren seinen Alben voran, und er ist mehr als bloß das Ergebnis einer großen Schnauze (die er zweifellos hat). Es gibt wohl nur wenige Musiker, die so „echt“ sind wie Kid Rock, denen man ihr Image ebenso wie ihre Texte und ihre Musik so sehr abnimmt. Kid Rock tut nicht so, er ist so, im Gegensatz zu den unzähligen Florian Silbereisens des Popbusiness.

Das bedeutet zugleich, dass er aneckt mit seinem mitunter nervig penetranten Patriotismus und zuletzt seiner Wahlkampfhilfe für Mitt Romney, aber anders als Romney ist Kid Rock nicht das tumb-rechte Landei, als das er immer mal wieder erscheint. Das bewies er zuletzt, als er den US-Wahlkampf gemeinsam mit Sean Penn aufmischte. Die beiden, die völlig unverdächtig sind, im selben politischen Boot zu hocken, drehten ein Video, das sämtliche Demokraten- und Republikanerklischees durch den Kakao zog und dazu aufrief, sich nicht durch Ideologien spalten zu lassen, ganz egal zu welchem Lager man nun tendiert.

So sind auch die Lyrics auf „Rebel Soul“ wieder heftig, provokativ, kontrovers, dabei gefühlvoll, mitunter arg pathetisch, aber das gehört hier dazu. Als eigene Best Of sieht Kid Rock selbst das Album, nur eben mit neuen Songs. Das stimmt allerdings kaum. Denn Hip Hop oder Metal-Elemente wie auf früheren Scheiben finden sich hier kaum, dann doch eher immer wieder der Bob-Seger-Sound, der „Born Free“ ausmachte. Vor allem aber ist „Rebel Soul“ ein Genremix, dem es gelingt, Country, Rock, Blues, Honkytonk, Rockabilly und Folk zu einer mal euphorischen, mal melancholischen Mischung zu vereinen, die zwar weniger rund wirkt als der Vorgänger, dabei aber trotzdem vollauf überzeugt. Die Themen sind dabei die Üblichen: Patriotismus, Lokalpatriotismus (Detroit), Booze, Chicks und Lebensfreude.

Trotz der oft ruhigen Töne nimmt einen die Scheibe vom ersten bis zum letzten Takt mit. Diejenigen, die sich mit „Born Free“ von Kid Rock verabschiedet haben, wird er auch mit „Rebel Soul“ nicht zurückgewinnen, aber alle anderen – vor allem Freunde des gepflegten Southern mit all den erwähnten Elementen – werden ihre helle Freude haben. If it’s real, you’ll feel it! (gw)


Kid Rock & The Twisted Brown Trucker Band: Rebel Soul
Kid Rock & The Twisted Brown Trucker Band: Rebel Soul

Datum: 18.11.2012

 

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