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Reckless Love: Spirit

Loblied auf eine glanzvolle Zeit

Ganz schön gewagt, Def Leppard, Poison, Kiss, Alice Cooper, AC/DC, Skid Row, Whitesnake, Bon Jovi und Judas Priest in einem Atemzug zu nennen und allesamt unter Heavy Metal zu subsumieren. Reckless Love tun genau das. Und bedienen sich auch sonst bei allen und allem, was ihnen gefällt. Am 30. August erscheint ihre neue Scheibe „Spirit“.

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In ihrem wenig originellen Song „I Love Heavy Metal“ geben sie ein unmissverständliches Bekenntnis ab, mehr noch: eine Liebeserklärung. Der Text ist eine einzige Ansammlung von Bandnamen und Songtiteln von ihnen verehrter Bands aus den Achtzigerjahren. Genau so war das ja auch damals: Problemlos ließen sich Kutten mit Aufnähern aller genanten Bands bestücken, ohne dass jemand daran Anstoß genommen hätte. Und ohne Bauchschmerzen ließen sich auch deren Alben aus jener Zeit hören, die zweifellos die Hochphase einer Musik markiert, die mit Heavy Metal höchst unzureichend beschrieben ist. Wenngleich es damals so gemacht wurde, wären mehrere Genres zu unterscheiden. Denn von der britischen Stahlschmiede Judas Priest waren die tauben Leoparden aus Sheffield schon seinerzeit meilenweit entfernt, während David Coverdales weiße Schlange ursprünglich dem bluesigen Hard Rock entsprang und die australischen Starkstromer eindeutig im dreckigen Rock’n’Roll ackerten. Bon Jovi hingegen bedienten mit ihrem AOR-Rock eher ein Mainstream Publikum, das Poison und Konsorten wenig später für sich erschließen konnten. Nicht zuletzt deren Look gab schließlich einer Musikrichtung und Ära Begriff und Namen: Hair Metal. Musikalisch alles andere als Metal, knüpfen die Finnen hier an. „Spirit“, das dritte Album der Band mit Sänger Olli Herman (Ex-Crashdiet) atmet den Geist jener Zeit und lässt mit viel Enthusiasmus eine Musik auferstehen, die, wenngleich unbeachtet, ohnehin nie gestorben war.

Trotz Songtiteln wie dem eingangs erwähnten und dem schneidigen „Metal Ass“, in dem die Band Muskeln zeigt und der Drummer seine Doublebass-Kompetenz unter Beweis stellen darf, ist der Popfaktor enorm hoch. Balladeske Songs wie „Dying To Live“, „Runaway Love“ oder „Hot Rain“ zeigen versierte Songschreiber. Der Vierer mag musikalisch nicht die Speerspitze sein, versteht es aber glänzend, durch groovende Rocker, eingängige Melodien und bestechende Hooks kalifornisches Partyfeeling heraufzubeschwören. Und das Loblied auf eine glanzvolle Zeit zu singen, die ein Stück weit wohl wirklich das war, was der erste Teil des Bandnamens ausdrückt und dieses Album bestens beschreibt: unbekümmert.

Amir Shaheen


Reckless Love: Spirit (Universal)
Reckless Love: Spirit (Universal)

Datum: 23.08.2013

 

 
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